Es weihnachtet sehr

5. Juli 2006, 10:09
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Kyoto im Advent: "Rudolph the red-nosed Reindeer" folgt uns auf Schritt und Tritt

In Kyoto angekommen, sind wir vom Bahnhof beeindruckt - ein gewaltiger Glaspalast, der neben Geleisen und Bahnsteigen vor allem Restaurants, Bars und unzählige Geschäfte beherbergt. Zusätzlich steht mitten in der Bahnhofshalle ein ungefähr 15 Meter hoher Weihnachtsbaum mit einer Bühne davor – auf diese kann man sich stellen und fotografieren lassen – persönliche Weihnachtsbillets sozusagen. Das bereitet uns auch gleich auf die nächsten Tage vor – Japaner lieben Weihnachten. Schon nach wenigen Stunden beginnen auch wir, völlig unbewusst, "Rudolph the red-nosed Reindeer" vor uns hin pfeifend durch die Stadt zu bummeln – man hört dieses Lied ja schließlich permanent.

Abgesehen von den Weihnachtsvorbereitungen (es ist ja immerhin schon der 2. Advent) gibt es hier reichlich Tempel und japanische Gärten zu bestaunen, wobei uns der "Goldene Pavillon" besonders beeindruckt, wir haben aber auch Glück mit dem Wetter – die Sonne macht ihn erst so richtig golden! Das Wetterglück ist uns leider nicht immer treu, unser Ausflug zum zweiten der drei besonderen Ausblicke Japans – Amanohashidate – fällt sozusagen ins Wasser bzw. in den Schnee – eine Lagune und der dazugehörige Streifen Sand der sie vom Meer trennt sind sicher ein hübscher Anblick bei Schönwetter, wir sind aber froh als wir wieder im gut geheizten Zug sitzen und unsere nassen Sachen trocknen lassen können.

Lohnend allerdings ist es den Wegen in die Hügel rund um Kyoto zu folgen, wir sind zwar schon spät dran im Jahr, trotzdem haben wir Glück und die Bäume tragen noch ihr herbstlich gefärbtes Laub – ein toller Anblick, vor allem wenn wieder die Sonne scheint. Zudem hat man weiter oben einen schönen Ausblick und das gewaltige, rote Tor mitten in der Stadt ist nicht zu übersehen. Spaß macht es auch, durch die älteren Teile der Stadt zu streifen und zu versuchen einen Blick in die Eingänge der alten Holzhäuser zu erhaschen oder auch einfach nur die ursprünglichen Straßenzüge zu bewundern.

Ein Ausflug nach Nara führt uns in eine ausgedehnte Parkanlage, die neben einem der größten Holzbauwerke der Welt wieder einmal jede Menge hungrige Rehe beherbergt. Wieder einmal schaffen wir es aber, uns nichts abluchsen zu lassen und sind bereit für den nächsten „Höhepunkt“ unserer Reise – den Fuji. (David Bichler)

  • Der goldene Pavillion bei schönem Wetter
    foto: david bichler

    Der goldene Pavillion bei schönem Wetter

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