Taliban-Angriffe erreichen Kabul

17. Juli 2006, 10:21
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Schwere Anschläge auf Regierungsmitarbeiter - Kämpfe im Süden Afghanistans gehen weiter - Erneut britischer Soldat getötet

Kabul/London/Kandahar - Am zweiten Tag in Folge sind in der afghanischen Hauptstadt Kabul am Mittwoch Busse mit Regierungsmitarbeitern und Sicherheitskräften zum Ziel einer Anschlagsserie geworden. Ein Passant wurde nach Angaben der Polizei getötet, rund 50 Menschen wurden verletzt.

In kurzem Abstand explodierten in der Hauptverkehrszeit am Morgen drei Bomben. Der erste Sprengsatz war nach Angaben der Behörden in einem Müllcontainer versteckt und wurde per Fernsteuerung gezündet, als ein Bus der Streitkräfte vorbeifuhr. Die zweite Bombe war im Norden Kabuls in einem Handkarren verborgen und zielte auf Mitarbeiter des Handelsministeriums. Ebenfalls im Norden der Stadt wurde ein dritter Anschlag auf einen Militärkonvoi verübt. Erst am Dienstag waren bei Anschlägen auf einen Bus, der Mitarbeiter des Innenministeriums zur Arbeit bringen sollte, elf Menschen verletzt worden.

Kämpfe im Süden Afghanistans gehen weiter

Taliban-Kämpfer haben in der südafghanischen Unruheprovinz Helmand erneut einen britischen Soldaten getötet. Ein Sprecher der britischen Armee in Helmand sagte am Donnerstag, eine Patrouille der US-geführten Koalitionstruppen sei am Vortag im Verwaltungsbezirk Sangin von Rebellen angegriffen worden. Damit stieg die Zahl der in Südafghanistan in den vergangenen vier Wochen getöteten britischen Soldaten auf sechs. In der südöstlichen Provinz Paktika wurde ein weiterer Soldat der US-geführten Koalitionstruppen getötet, ein zehnjähriges Mädchen verletzt.

In Afghanistan intensivieren die Aufständischen die Angriffe in ihrem "Heiligen Krieg" gegen die rund 30.000 ausländischen Soldaten und die pro-westliche Kabuler Regierung des Präsidenten Hamid Karzai. Die größte US-geführte Anti-Taliban-Offensive ("Operation Mountain Thrust") seit Ende 2001 ist seit mehreren Wochen im Gang. Bei mehreren Gefechten im Süden sind nach Angaben vom Donnerstag mindestens zehn mutmaßliche Taliban-Kämpfer getötet worden. (APA/AP)

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