Taschengeld für Heimvideos

12. Juli 2006, 10:24
posten

US-Websites wollen durch Anteil am Werbekuchen Benutzer anlocken

Quote zählt, auch im Internet und nicht nur bei privaten TV-Sendern. Darum versuchen eine Reihe von Videowebsites durch Geld für oft angeschaute Videos mehr "Produzenten"anzulocken.

Platzhirsch

Dabei geht es vor allem um die Konkurrenz mit dem binnen weniger Monate zum Platzhirschen aufgestiegenen YouTube.com. Im Februar 2005 gegründet und seit Ende 2005 offiziell im Netz, werden bereits täglich 70 Millionen Videoclips auf YouTube angesehen. Die Website bietet privaten Nutzern die Möglichkeit, alle Arten von Clips hochzuladen und entweder einem privaten oder allgemeinen Benutzerkreis zugänglich zu machen. Dabei finden sich Heimvideos ebenso wie Nachrichtenclips, experimentelle Kurzfilme oder, seit wenigen Tagen, populäre NBC-Shows wie die Jay-Leno-Show.

Konkurrenz

Eine Reihe konkurrierender Videosites, teils älter als YouTube, aber von deren kometenhaftem Aufstieg verschont, wollen "quotenbringende" Videos durch finanzielle Anreize in ihr Portfolio bringen. Lulu.tv offeriert um 14,95 Dollar (12 Euro) im Monat ein so genanntes "Pro"-Konto, das Kunden eine größere Zahl von Video-Uploads einräumt als seine Gratiskonten. Der Clou an der Sache: 80 Prozent dieses Geldes landet in einem "Honorartopf", der monatlich an die Videoproduzenten verteilt wird, deren Videos das meiste Publikum anzogen. Als Startgeld hat lulu.tv 5000 Dollar in den Topf einbezahlt.

Werbung im Netz

Ein anderer Website, revver.com, versucht es mit Werbung, die an die Videospots gekoppelt ist. 50 Prozent der Werbeeinnahmen sollen an die Produzenten zurückfließen. Ähnlich auch Eefoof.com: "Die Autoren von Internet-Content sollten für ihre Arbeit bezahlt und nicht zum Nutzen anderer ausgebeutet werden", verkündet forsch ein Posting am Website, der noch im Aufbau ist. Eefoof will einmal im Monat die Werbeeinnahmen entsprechend den "Marktanteilen"der angeklickten Videos aufteilen und via PayPal bezahlen, sobald die Summe über 25 Dollar ausmacht.(Helmut Spudich/DER STANDARD, Printausgabe vom 5.7.2006)

Share if you care.