Kurze Menschen, große Songs

4. Juli 2006, 20:06
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Randy Newman, der als einer der eloquentesten Songwriter aus der 68er-Generation gilt, am Mittwoch in der Staatsoper

Sein letzter Auftritt im Wiener Gasometer im Februar vor zwei Jahren zeigte vor allem auch eines: Randy Newman ist zwischen den Songs ebenso unterhaltsam wie mit diesen. Während der US-Amerikaner, der für seinen Soundtrack zu dem Animationsfilm "Monsters Inc." sogar Oscar-geadelt wurde, am Flügel pointiert ebensolche Songs wie, sagen wir, "Rednecks", "Birmingham", das unvermeidliche "Short People" oder "I'm Dead (But I Don't Know It)" gibt, sinniert er dazwischen ein wenig über die Welt und ihren schlechten Zustand.

Das hat bei Newman Tradition. Immerhin gilt er als einer der eloquentesten Songwriter aus der 68er-Generation, der seine Bissigkeit und seinen schwarzen Humor bis heute nicht verloren hat. Seine Alben aus den späten 60ern oder frühen 70ern zählen immer noch mit zum Besten, das sein Label Reprise - damals auch Heimstadt für Leute wie Ry Cooder, Van Dyke Parks und andere permanent unter Genieverdacht stehende Künstler, je hervor gebracht hat.

Neben jeder Menge großer Songs kann man also bei seinem heutigen Auftritt im Rahmen des eher unjazzigen Jazzfest Wien einige gültige Sager zum Zustand seiner Heimat erwarten - der Entscheidung für "four more years" für den aktuellen US-Präsidenten seiner Landsleute sei's "gedankt".

Ansonsten kann man das letzte Studioalbum von Randy Newman, "Bad Love" aus 1999, gar nicht genug empfehlen - ein spätes Meisterwerk! (flu/ DER STANDARD, Printausgabe, 5.7.2006)

5. 7., 19:30 Uhr
Staatsoper
1., Opernring 2
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    Rundes Bäuchlein, spitze Zunge: Randy Newman, auf seine Art ein Gigant, spielt heute in der Staatsoper.

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