Erwartete starke Nachfrage hält Ölpreis über 73 Dollar

5. Juli 2006, 09:24
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Hurrikan-Saison wirft ihre Schatten voraus

London - Die Furcht vor Lieferunterbrechungen und eine erwartete hohe Benzinnachfrage in den USA haben den Ölpreis am Dienstag über 73 Dollar je Barrel gehalten. Trotz eines schwachen Handels im Vorfeld des US-Nationalfeiertags wurde die als psychologische Schwelle geltende Höhe von 74 Dollar nur knapp verfehlt.

"Die bevorstehende Hurrikan-Saison hat die Käufer auf den Plan gerufen", beurteilte Deborah White von der Investmentbank SG CIB die Situation. Die Bank erwartet Ausfälle in Höhe von 33 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) Öl durch Hurrikans. Die erwarteten Erdgas-Lieferlücken könnten weiteren 25 Millionen Barrel Öl entsprechen, bei Leichtprodukten wie Benzin rechnet die Prognose mit 20 Millionen Barrel Ausfällen. "Solch ein dreifacher Angriff würde den Rohölpreis sicherlich in Richtung einer Überschreitung der Marke von 80 Dollar pro Barrel schicken", urteilt die SG CIB.

In den USA wurde wegen des bevorstehenden Unabhängigkeitstags am Mittwoch mit einer hohen Benzin-Nachfrage gerechnet. Im Vorfeld des Feiertags hatte der Preis für US-Rohöl schon in der vergangenen Woche drei Dollar angezogen. Als Grund wurde eine erwartete Rekordnachfrage der Autofahrer vor dem langen Wochenende trotz eines nahe der Höchstmarke liegenden Benzinpreises gesehen. Die nächsten Zahlen sollten wegen des Feiertags erst am Donnerstag veröffentlicht werden.

Brent bei 73,26 Dollar

In London kostete Rohöl der marktführenden Nordseemarke Brent am Nachmittag 73,26 Dollar, 13 Cent weniger als am Vortag. Schon am Montag war der Preis um zwölf Cent gefallen. "Hinter der Verringerung stecken keine grundlegenden Neuigkeiten", sagte ein Händler jedoch und sprach von "technischen" Einflüssen. Zwischenzeitlich kletterte der Preis für Lieferungen im August auf bis zu 73,99 Dollar.

Seit Ende 2005 hat der Preis für US-Rohöl bereits um rund 20 Prozent angezogen. Getrieben wurde er vor allem vom Streit über das Atomprogramm Irans sowie Lieferunterbrechungen durch Unruhen in Nigeria. (APA/Reuters)

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