Brasilien, Indien, China: Die neuen Kräfte

26. Juli 2006, 15:46
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Eine aktuelle Studie von FAO und OECD sieht den globalen Markt im Wandel begriffen

Paris/Wien - Indien, Brasilien und China bestimmen zunehmend die Konturen des globalen Handels mit Agrarprodukten, so die zentrale Aussage eines gemeinsamen Berichts der Welternährungsorganisation FAO und der OECD. Laut "Agricultural Outlook 2006-2015" werden die Zahlen in Produktion und Verbrauch landwirtschaftlicher Erzeugnisse in den Entwicklungsländern schneller steigen als in den Industriestaaten.

Der Zuwachs in der Produktion werde jedoch nicht mit den steigenden Bedürfnissen der wachsenden Bevölkerung Schritt halten können. Höhere Einkommen in den Entwicklungsländern verändern Ernährungsgewohnheiten und schrauben etwa den Bedarf an Fleisch in die Höhe. Daher werden die am wenigsten entwickelten Länder im Bereich der Versorgung noch stärker vom Weltmarkt abhängig und internationalen Preisschwan-kungen ausgesetzt sein.

Investitionen nötig

Verstärkte Investitionen in Ausbildung, Training und Infrastrutktur werden nötig sein, um Produktionskapazitäten zu verbessern. Diese Verbesserungen bei der Produktion und vermehrter Handelswettbewerb könnten den steigenden Bedarf ausgleichen. Der globale Wettbewerb unter den Exporteuren werde daher noch härter werden, die Rohstoffpreise im Agrarsektor würden bis 2015 weiterhin leicht sinken.

Der Getreidepreis werde in den nächsten vier Jahren um 29 Prozent steigen. Zwar würden die USA größter Getreide-Exporteur bleiben, ihr Marktanteil aber sinken. Während Industriestaaten den Löwenanteil in der Getreideproduktion halten können, wird ein zunehmender Anteil bei Fleisch, Butter, Zucker und Milch aus Entwicklungsländern kommen.

Höherer Fleischkonsum

Der Fleischverbrauch werde sich in den Entwicklungsländern durch sich ändernde Bedürfnisse bis 2015 um 31 Prozent erhöhen. Mögliche weitere Ausbrüche von Tierkrankheiten könnten jedoch eine massive Herausforderung für den globalen Fleischmarkt darstellen. Die nackten Zahlen belegen den Wandel im Agrarsektor: China wird im Jahr 2015 zwei bis drei Mal soviel importieren wie im Durchschnitt der Jahre 2000-2004. (Stefan Hofer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.7.2006)

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