Museveni sagt Rebellenchef Amnestie zu

5. Juli 2006, 14:22
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Präsident: LRA-Anführer Kony bleibt im Falle von Friedensvertrag straffrei

Kampala - Der ugandische Präsident Yoweri Museveni hat dem Chef der Rebellenbewegung LRA, Joseph Kony, Straffreiheit zugesichert, wenn es zum Abschluss eines Friedensvertrages für das Land kommt.

Trotz der Anklage des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag gegen Kony wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit werde Museveni dem Rebellenchef eine "vollständige Amnestie" gewähren, wenn er sich bei den Friedensgesprächen kommende Woche "positiv" verhalte, teilte die Präsidentschaft in Kampala am Dienstag mit. Zudem müsse Kony dem Terrorismus abschwören. Kony und vier weitere Rebellenführer werden vom IStGH per Haftbefehl gesucht.

Ab kommender Woche wollen Regierung und Rebellen über ein Ende des fast zwanzig Jahre andauernden Gewaltkonflikts in Uganda verhandeln. Die Delegationen wollen sich dazu in der südsudanesischen Stadt Juba treffen.

In dem Konflikt wurden Schätzungen zufolge in Norduganda zehntausende Menschen getötet und fast zwei Millionen vertrieben. Menschenrechtsorganisationen werfen der christlich-fundamentalistischen Rebellenorganisation Lord's Resistance Army vor, bis zu 25.000 Kinder und Jugendliche verschleppt zu haben, um sie als Soldaten im Kampf gegen die Regierung oder als Sexsklavinnen zu missbrauchen. Die Rebellen beschuldigen ihrerseits die Regierung, in Norduganda Verbrechen verübt zu haben. (APA)

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