Kaliningrad Zentrum des Frauenhandels

4. Juli 2006, 18:22
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IOM-Studie belegt "Route" der Opfer sowie deren hohen Anteil an Minderjährigen

Genf - Die russische Enklave Kaliningrad (früher Königsberg) ist nach einer Studie der Internationalen Organisation für Migration (IOM) ein europäisches Zentrum für den internationalen Frauenhandel. Unter den Opfern seien auch viele Minderjährige, teilte die Organisation am Dienstag in Genf mit. Die Studie wurde vom finnischen Außenministerium finanziert.

Kaliningrad grenzt an Litauen und Polen sowie an die Ostsee. Die Frauen kämen hauptsächlich aus anderen Regionen Russlands sowie aus der Ukraine, Weißrussland, Usbekistan und Moldawien und würden dann unter anderem nach Polen, Deutschland, die Türkei oder Griechenland gebracht, heißt es in der Studie.

SlavInnen-Arbeit

Obwohl sich die wirtschaftliche Lage in Kaliningrad in den vergangenen Jahren etwas verbessert habe, gelten 18 Prozent der Bevölkerung offiziell als arm, das heißt, sie leben von weniger als einem Dollar am Tag. Die Enklave wurde somit auch ein Zentrum für Billigarbeiter, die häufig etwa in der Fischindustrie unterkommen. 90 Prozent der ArbeiterInnen halten sich illegal in der Enklave auf und sind erpressbar auch für so genannte Zwangs - oder SklavInnen-Arbeiten.

Da es kaum juristischen Verfolgung oder Beistand gebe, blühe auf diesem Sektor die Kriminalität, heißt es in der Studie. Die IOM ruft in diesem Zusammenhang zu mehr Aufklärung und internationaler Zusammenarbeit auf. In der Organisation, die etwa weltweit die Rückkehr und Reintegration von Flüchtlingen und Vertriebenen in ihre Heimatländer oder deren Neuansiedlung in Drittländern organisiert, sind 116 Staaten vertreten. (APA/dpa)

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