Mehrere Verletzte bei Anschlag nahe Präsidentenpalast in Kabul

5. Juli 2006, 14:50
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Mindestens zwölf Kämpfer der Taliban bei mehrstündigem Feuergefecht mit der Polizei in der Provinz Kandahar getötet

Kabul - Bei einem Bombenanschlag nahe dem stark gesicherten Präsidentenpalast im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Dienstag mehrere Menschen verletzt worden. Das Innenministerium gab die Zahl der Verletzten mit vier an. Augenzeugen sagten, sechs Menschen seien verletzt worden, einer davon schwer. Der Sprengsatz explodierte vor dem Justizministerium, nur rund 100 Meter vom Südtor des Präsidentenpalastes entfernt. Das Finanzministerium liegt ebenfalls in unmittelbarer Nähe des Tatorts.

Bei einem mehrstündigen Feuergefecht mit der Polizei in der südafghanischen Provinz Kandahar kamen nach Angaben der Provinzregierung mindestens zwölf Kämpfer der radikal-islamischen Taliban ums Leben. In der ostafghanischen Provinz Kunar wurden fünf Afghanen getötet, die für die US-geführten Koalitionstruppen arbeiteten. Provinzgouverneur Asadullah Wafa machte "Feinde Afghanistans" für die Tat verantwortlich, eine Umschreibung afghanischer Regierungsstellen für radikal-islamistische Rebellen.

Bei einem Selbstmordanschlag vor dem Gästehaus des Gouverneurs von Kandahar kamen nach Angaben der Provinzregierung ein Polizist und der Attentäter ums Leben. Am Dienstag hatte es in Kabul auch einen Bombenanschlag auf einen Bus mit Mitarbeitern des Innenministeriums gegeben, bei dem laut Innenministerium ein Polizist verletzt wurde.

Der dänische Verteidigungsminister Soren Gade sagte der Zeitung "Politiken", die internationale Gemeinschaft müsse sich stärker um den Wiederaufbau kümmern. Soldaten allein könnten den Konflikt in Afghanistan nicht lösen. In der südafghanischen Unruheprovinz Helmand sollen demnächst 260 dänische Soldaten unter britischem Kommando stationiert werden. In den vergangenen drei Wochen wurden in der Region fünf britische Soldaten getötet.

Der britische Premierminister Tony Blair hält eine weitere Aufstockung des britischen Kontingents in Afghanistan für möglich. Falls die militärische Führung zum Schutz der Truppen mehr Soldaten oder mehr Material benötige, werde er sicherstellen, dass dies auch geschehe, sagte der Labour-Regierungschef am Dienstag vor einem Parlamentsausschuss. Bisher gebe es solche Anforderungen aber nicht. Im Rahmen des laufenden NATO-Einsatzes sind in Afghanistan derzeit rund 3300 britische Soldaten stationiert. (APA/dpa)

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