Prozess gegen Ölkonzern Total wegen "Erika"-Untergangs

5. Juli 2006, 19:29
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Gesunkener Öltanker verschmutzte 1999 rund 400 Kilometer bretonische Küste - Strafverfahren soll am 13. November beginnen

Paris - Fast sieben Jahre nach dem Untergang des Öltankers "Erika" vor der Küste der Bretagne wird sich der französische Mineralölkonzern Total in einem Strafprozess für das Unglück verantworten müssen. Nach Pariser Justizangaben vom Dienstag soll das Verfahren am 13. November beginnen.

150.000 Seevögel tot

Die "Erika" war am 12. Dezember 1999 vor der französischen Atlantikküste gesunken. 20.000 Tonnen Schweröl liefen aus dem Wrack aus, verseuchten 400 Kilometer Küste und verursachten den Tod von rund 150.000 Seevögeln. Total wird wegen der Ölpest nun "Umweltverschmutzung und Mittäterschaft bei der Gefährdung des Lebens Dritter" vorgeworfen; es gibt ein Dutzend weitere Angeklagte.

Neben der Total-Gruppe müssen sich die Konzern-Töchter Total transport corporation (TTC) und Total petroleum services (TPS) sowie ein ranghoher Total-Mitarbeiter vor Gericht verantworten. Weiter angeklagt sind das italienische Schiffsregister Registro Italiano Navale (Rina) und zehn Einzelpersonen. Total wies stets alle Vorwürfe zurück. Das Unternehmen sieht sich von Küstenanrainern mit hohen Schadenersatzforderungen konfrontiert. (APA/AFP)

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