Rooney kritisierte Platzverweis

4. Juli 2006, 18:53
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Der englische Stürmer hegt keinen Groll gegen Cristiano Ronaldo, ist aber enttäuscht

London (APA/AP) - Der englische Stürmer Wayne Rooney hat den Platzverweis im Fußball-WM-Viertelfinale gegen Portugal als absolut ungerechtfertigt kritisiert. In seiner ersten öffentlichen Stellungnahme nach dem WM-Aus bestritt der 20-Jährige von Manchester United, in der 62. Spielminute seinem Gegenspieler Ricardo Carvalho absichtlich in den Unterleib getreten zu haben: "Ich erinnere mich noch genau an den Vorfall und habe ihn mir danach auch noch ein paar Mal im Fernsehen angeschaut." Und er sei noch immer der selben Überzeugung wie schon während des Spiels: "Was da passiert ist, hat die Rote Karte nicht gerechtfertigt."

Er habe definitiv nicht absichtlich mit dem Fuß nach Carvalho getreten: "Er rutschte hinter mir aus und blieb unglücklicherweise in einer Position liegen, wo mein Fuß unvermeidlich hinstieß, als ich versuchte, das Gleichgewicht zu halten." Das sei alles gewesen, sagte Rooney. In seiner Situation wären die meisten Spieler wohl beim leichtesten Kontakt zu Boden gegangen, aber sein einziger Gedanke sei gewesen, für das englische Team den Ball zu behalten. Als Schiedsrichter Horacio Elizondo ihm dafür die Rote Karte gezeigt habe, sei er baff und bestürzt gewesen.

Zuvor war der portugiesische Angreifer Cristiano Ronaldo zu dem Unparteiischen gerannt, um gegen Rooneys Aktion zu protestieren. Daraufhin schubste der englische Jungstar seinen ManU-Teamkollegen zur Seite. "Ich hege keinen Groll gegen Cristiano, aber ich bin enttäuscht, dass er sich eingemischt hat", sagte Rooney. Er müsse sich einfach ins Gedächtnis rufen, dass sie in dieser Situation keine Teamkollegen gewesen seien. England verlor das Spiel nach Elfmeterschießen und schied damit aus dem Turnier aus.

Ronaldo, der nach dem Platzverweis mit den Augen auffällig Richtung portugiesischer Bank zwinkerte, bestritt unterdessen einen Riss in der Beziehung zu Rooney: "Es sind fürchterliche Dinge über mich und meinen Teamkollegen und Freund Rooney gesagt werden." Aber es gebe überhaupt kein Problem zwischen beiden. "Ich betone: überhaupt kein Problem." Nach dem Ende des Spiels hätten sie wie schon am Tag zuvor eine ganze Serie von SMS ausgetauscht. "Das bestätigt, dass ich ein ausgezeichnetes Verhältnis zu Rooney habe", sagte der 21-Jährige.

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