Linzer Ärzte helfen bei Bilharziose-Bekämpfung in Ägypten

11. Juli 2006, 15:22
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40 Prozent der Bevölkerung sind erkrankt - Uni-Klinik Kairo hat Interesse an Speiseröhren-Stent aus Oberösterreich

Linz - Oberösterreichische Ärzte helfen bei der Bekämpfung der Bilharziose, einer häufigen Tropenkrankheit, in Ägypten. Ein so genannter Speiseröhren-Stent, der von Medizinern des Allgemeinen Krankenhauses Linz (AKH) entwickelt worden ist, sei in Kairo auf großes Interesse gestoßen, teilte das Spital am Dienstag in einer Presseaussendung mit.

40 Prozent der ägyptischen Bevölkerung leiden an Bilharziose, berichteten die Mediziner. Bei dieser Krankheit werden innere Organe wie beispielsweise die Leber von Parasiten befallen. Es kommt zu einem Verschluss der Lebervene und zur Leberzirrhose. Das Blut kann dann nicht mehr auf üblichem Weg zum Herzen fließen, sondern nimmt einen Umweg über die Gefäße der Speiseröhre. Dort bilden sich durch die Überbelastung Krampfadern, die zu lebensgefährlichen Blutungen führen können.

Speiseröhren-Stent

Der von den Linzer Ärzten Rainer Hubmann und Jan Danis entwickelte Speiseröhren-Stent drückt wie ein Kompressionsverband gegen die Krampfadern und stillt die gefährliche Blutung. Er ist nicht nur bei der Bilharziose einsetzbar, sondern bei allen Krankheiten, durch die Krampfadern in der Speiseröhre entstehen - so etwa Hepatitis C, mit der rund 15 Prozent der ägyptischen Bevölkerung infiziert seien, so die Mediziner.

Die beiden Ärzte wurden von der Universitätsklinik Kairo gebeten, den Stent in Ägypten zu etablieren, berichtete das AKH. Ab Herbst werden sie ein entsprechendes Studienprojekt leiten und einheimische Mediziner im Umgang mit ihrer Erfindung schulen. (APA)

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