Italien: Taxifahrer-Streik sorgte für Verkehrschaos

5. Juli 2006, 13:51
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Demonstrationen in mehreren Städten

In Italien haben streikende Taxifahrer am Dienstag den fünften Tag in Folge für ein Verkehrschaos sowie für Behinderungen an Flughäfen und im Berufsverkehr gesorgt. Am Flughafen Fiumicino in Rom fanden die Reisenden kaum Taxis vor, stattdessen versammelten sich die Fahrer zu spontanen Kundgebungen. Eine Demonstration auf der Piazza Venezia, einem Verkehrsknotenpunkt im Zentrum Roms, störte den Verkehrsfluss in der ganzen Stadt.

Im süditalienischen Neapel parkten rund 150 Taxifahrer ihre Fahrzeuge auf dem wichtigsten Platz der Stadt. In Genua im Norden des Landes behinderten sie den Verkehr, indem sie mit gedrosseltem Tempo durch die Stadt fuhren. An den Bahnhöfen im ganzen Land waren kaum Taxis zu finden.

Spannungen in der Regierungskoalition

Die Proteste richten sich gegen Regierungspläne, durch mehr Taxilizenzen einen stärkeren Wettbewerb und niedrigere Preise zu erreichen. Rechtsanwälte, Apotheker und öffentlicher Nahverkehr sind ebenfalls von der geplanten Liberalisierung betroffen.

Der Streik hat auch zu Spannungen in der Regierungskoalition von Ministerpräsident Romano Prodi geführt. Justizminister Clemente Mastella sympathisiert mit den Protestierern und hat gedroht, mit seiner Partei UDEUR das Bündnis zu verlassen, falls seine Haltung zu den Liberalisierungsplänen keine Berücksichtigung finde. (APA/Reuters)

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