Interpol installiert Anti-Korruptions-Akademie in Österreich

4. Juli 2006, 20:25
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Generalsekretär Noble und Ministerin Prokop präsentierten Projekt - "Bisher einzigartiges Zentrum für Forschung und Lehre"

Zurück zu den Wurzeln samt aktuellem Know-how: Interpol, 1923 in Wien gegründet, installiert im Rahmen ihrer weltweiten Bemühungen zum Kampf gegen Korruption eine Akademie und diese soll in Österreich beheimatet sein. Ronald K. Noble, der Generalsekretär der internationalen Polizeiorganisation, und Innenministerin Liese Prokop (V) haben das Projekt am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien vorgestellt.

Die Akademie soll ein weltweit bisher einzigartiges Zentrum für Forschung und Lehre sein und im September 2007 ihren Betrieb aufnehmen. Der Standort ist laut Prokop noch nicht fixiert, zur Debatte stehen Wien oder die Umgebung der Bundeshauptstadt. Im ersten Jahr könnten 75 bis 150 Personen aus Polizei, Justiz oder Regierungen eine Aus- oder Weiterbildung absolvieren, als Lehrende sind Interpol-Fachleute und Experten aus den - insgesamt 184 - Mitgliedsländern der Polizei-Organisation vorgesehen.

Details zu Kosten noch nicht geklärt

Das Projekt bedarf noch eines formellen Beschlusses, der bei der nächsten Interpol-Generalversammlung im September in Rio de Janeiro gefasst werden soll, wie Noble erklärte. Dann soll, so Prokop, auf kürzestem Wege Vertragliches geklärt werden. Österreich stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung. Details zu den Kosten müssen noch geklärt werden.

Ebenso breit gefächert wie die Formen der Korruption soll der Zugang zur Forschung sein. Laut Martin Kreutner vom Innenministerium soll unter soziologischen, volkswirtschaftliche, psychologischen und kriminologischen Aspekten nach Wissen gesucht werden, und zwar nach dem, "was Ermittler brauchen". Es gehe nicht nur um Repression, sondern auch um Prävention und die Bewusstmachung des Problems Korruption.

"Kulturen übergreifende Ausbildung"

Rücksicht auf die Zielgruppen heißt die Devise bei der Lehre: "Für Leute, die aus Afrika kommen, wird man sich anders vorbereiten als für einen Finnen", erläuterte Kreutner. Grundsätzlich geht es um eine Kulturen übergreifende Ausbildung, die auf kulturelle Unterschiede eingeht. In einem weiteren Schritt könnten eventuell an die Zielgruppen angepasste "regional offices" eingerichtet werden. (APA)

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    Der Interpol-Generalsekretaer Ronald Noble und Innenministerin Liese Prokop bei der Pressekonferenz "Gemeinsame Initiative zum Aufbau einer weltweiten Anti-Corruption-Academy" im Innenministerium.

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