Eco Business steigt "voraussichtlich" nicht bei SEG Immo ein

18. Juli 2006, 16:24
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Preis von 4 Euro pro Aktie laut Eco-internem Gutachten "voraussichtlich nicht haltbar"

Wien - Die im Auktionsmarkt der Wiener Börse notierte Eco Business-Immobilien AG voraussichtlich nicht in die im gleichen Segment gelistete SEG Immo (CEE Immobilien Development AG) einsteigen. Die mit der Eigentümergesellschaft SEG Stadterneuerungs- und Eigentumswohnungsgesellschaft GmbH (SEG GmbH) am 15. Mai 2006 getroffene Grundsatzvereinbarung über den Erwerb eines Aktienpakets von mindestens 28,73 Prozent an der SEG Immo AG könne man voraussichtlich nicht umsetzen, teilte Eco Business am Dienstag ad hoc mit.

Die Rechtswirksamkeit der Grundsatzvereinbarung sei "vom Eintritt verschiedener aufschiebender Bedingungen abhängig, die in ihrer Gesamtheit voraussichtlich nicht erfüllt werden können". Im Zuge des Due-Diligence-Prozesses finde "heute ein Managementgespräch statt, bei dem die Due Diligence Ergebnisse nochmals überprüft werden. Der Aufsichtsrat der Eco Business-Immobilien entscheidet dann am 06. Juli 2006 über die weitere Vorgangsweise".

Die Übernahmekommission hat wie bekannt eine Frist für die Einreichung der Angebotsunterlage bis zum 14. Juli 2006 vorgegeben.

Struktur und Preisfestsetzung offen

Die Eco Business-Immobilien AG behält sich vor - bei Nichtumsetzung der Grundsatzvereinbarung - ein Angebot allenfalls mit oder ohne vorhergehende Vereinbarung hinsichtlich der von SEG GmbH gehaltenen Aktien an der SEG Immo AG zu prüfen, wobei Struktur und Preisfestsetzung zum derzeitigen Zeitpunkt offen sind", schreibt die Eco Business. "Der in der Grundsatzvereinbarung vereinbarte Preis von vier Euro dürfte nicht haltbar sein." Die derzeit vorliegende unverbindliche interne - von der Eco Business-Immobilien auf Basis des noch nicht abgeschlossenen Due Diligence-Prozesses durchgeführte - Bewertung indiziere lediglich "eine zwischen 1,69 und 2 Euro liegende Preisspanne.

Dies sei aber eine "subjektive Bewertung", die die Kauf- und Verkaufsentscheidung anderer Investoren nicht beeinflussen solle. Die Eco Business-Immobilien AG behalte sich "alle anderen Optionen auf den Erwerb einer kontrollierenden Beteilung (wie beispielsweise die Zeichnung von jungen Aktien an der SEG Immo AG bei einer Kapitalerhöhung im Zuge eines Kapitalschnitts) an der SEG Immo AG vor".

Entscheidung am Donnerstag erwartet

Friedrich Scheck, Vorstand der Eco Business AG, erwartet sich von der Aufsichtsratssitzung seiner Gesellschaft am kommenden Donnerstag, "dass entschieden wird, in welche Richtung wir marschieren", dass also klar gemacht wird, ob die Eco Business ein Angebot für die SEG Immo legt oder nicht, wie Scheck am Dienstag der APA sagte. Nach den Vorgaben der Übernahmekommission hat die Eco bis 14. Juli dafür Zeit.

Die Berechnungen, die zu dem soeben publizierten Wertansatz von 1,69 bis 2 Euro pro SEG-Aktie führten, seien Berechnungen auf Basis der Mieterlöse der Gesellschaft, erklärte Scheck. Die mit der SEG GmbH getroffene Vereinbarung vom April, in der von vier Euro die Rede ist, reflektiere die Preisvorstellungen der Eigentümergesellschaft, andererseits aber auch den aus heutiger Sicht unzulänglichen Kenntnisstand der Eco Business vor der Due Diligence-Prüfung. Man sei damals davon ausgegangen, dass die vier Euro angesichts eines Börsekurses von 4,80 Euro "hinhauen könnten".

Anlegerschützer Wilhelm Rasinger rät den SEG-Aktionären, nicht überstürzt zu handeln. Die Eco Business wolle einen optimalen Preis erzielen, und das könne man ihr nicht vorwerfen, sagte Rasinger in einem Gespräch mit der APA, aber: "Die Immobilien von SEG sind mehr wert als die Schulden der Gesellschaft, es besteht kein Grund zur Panik."

Zeitlicher Druck

SEG Immo stehe unter dem zeitlichen Druck, bis Ende Juli Kredite von mehr als 10 Mio. Euro zurückzahlen zu müssen. Der neue Finanzvorstand Bernhard Chwatal habe aber Erfahrung und werde diese nutzen, mit der BA-CA ein Agreement zu treffen. "Die Bank Austria muss dringend daran interessiert sein, eine ruhige Lösung zu finden. Sie kann nicht daran interessiert sein, eine börsenotierte Immobiliengesellschaft in die Insolvenz zu schicken", sagte Rasinger.

Das im Auktionssegment gehandelte Papier der SEG Immo wurde am Dienstag mit 3,52 Euro gehandelt. Dies entspricht einem Abschlag von acht Cent oder 2,2 Prozent gegenüber dem Vortageskurs. Eco Business kosteten am Dienstag 11,91 Euro je Aktie, ein Minus von einem Cent oder 0,08 Prozent gegenüber dem Vortag. (APA)

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