Trotz E-Learning: Studenten müssen weiter in die Hörsäle

20. Oktober 2006, 10:37
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Aber starke Zunahme von begleitenden Internet-Materialien

Wien - Trotz der vielfältigen Möglichkeiten des E-Learning werden die Studenten auch in fünf Jahren noch in die Hörsäle pilgern. Das ist das Ergebnis einer Studie des MMB Instituts für Medien- und Kompetenzforschung in Essen, für die 52 Hochschul- und E-Learning-Experten aus dem deutschsprachigen Raum befragt wurden. Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien in der Hochschullehre werde zwar stark zunehmen, "doch die Hochschulgebäude werden nach wie vor der Mittelpunkt der akademischen Bildung bleiben", heißt es dort.

Unterstützende Materialien

Die Experten - vorwiegend Uni-Lehrer und Entscheidungsträger aus der Hochschulverwaltung - rechnen mit einer starken Zunahme von Internet-Materialien, die begleitend zu Präsenz-Lehrveranstaltungen bereitgestellt werden. Bisher können nach Schätzung der Befragten etwa 46 Prozent aller Studierenden eines Grundstudiums diese Lernform nutzen, im Jahr 2011 schon 73 Prozent.

Neue Lernformen

Auch andere Lernformen würden innerhalb der nächsten fünf Jahre große Zuwächse verzeichnen: Die Angebote für das "Interaktive Selbstlernen", für "Virtuelle Seminare und Tutorien", "Televorlesungen" und "Virtuelle Labore und Praktika" werden sich nach Erwartung der Experten mehr als verdoppeln. Die quantitativ breiteste Versorgung wird allerdings vor allem für solche Lernformen prognostiziert, die die Präsenzlehre unterstützen: "Die Präsenzveranstaltungen bleiben danach auch in fünf Jahren das Herzstück der akademischen Lehre."

Communities

Große Bedeutung werden in fünf Jahren laut Befragung virtuelle Lerner-Communities an den Hochschulen haben. Auch Wikis - virtuelle Lexika, die von einem bestimmten Nutzerkreis gefüllt werden können - würden zunehmend in die Lehre integriert. Gleiches gilt für Marktplätze und Portale mit Lernmodulen und -lektionen für das "Learning on demand" ("Content Sharing"). Weniger Bedeutung prognostizieren die Experten dagegen Podcasts, reinen Online-Studiengänge und kostenpflichtigen digitalen Lernmaterialien. Fast einhellig erwartet wird außerdem, dass die Erledigung aller administrativer Seminar-Vorgänge via Internet bzw. Intranet möglich wird. (APA)

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