Zidane und Figo in Gelb-Gefahr

5. Juli 2006, 23:14
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Topstars gehen belastet ins Mittwoch-Match - Lippi: "Zidane bester Fußballer der vergangenen 20 Jahre"

München - Beim zweiten WM-Halbfinale am Mittwoch in München zwischen Portugal und Frankreich (21:00 Uhr) kommt es auch zum Duell der Primgeiger Luis Figo (33) und Zinedine Zidane (34). Beide Spielgestalter und Kapitäne erleben derzeit in Deutschland ihren x-ten Frühling und haben rechtzeitig zum Highlight WM zu ihrer Hochform gefunden.

Ein kleines Fragezeichen steht jedoch hinter dem Einsatz von Figo, der Inter-Mailand-Spieler hatte sich im Viertelfinale gegen England eine Verhärtung im Oberschenkel zugezogen. Der in Deutschland mittlerweile wie in seinen besten Tagen aufspielende Zidane war es, der das bis dato letzte große Duell zwischen Portugal und Frankreich entschied.

Im EM-Halbfinale 2000 verwertete "Zizou" in der Verlängerung einen Elfmeter und sorgte damit für das Golden Goal zum 2:1. Die Portugiesen rasteten auf Grund der Elferentscheidung völlig aus und attackierten den österreichischen Referee Günter Benkö - im Nachspiel wurde Abel Xavier zunächst für neun Monate gesperrt, die Strafe wurde später auf sechs reduziert.

Über Zidane und Figo schwebt im Halbfinale das "gelbe Damoklesschwert". Sollte Referee Jorge Larrionda aus Uruguay Gelb zücken, muss das Finale (oder das Spiel um Platz 3) von der Tribüne aus verfolgt werden. Für Zidane, der bereits im abschließenden Gruppenmatch gegen Togo gelbgesperrt gefehlt hatte, wäre damit die Karriere endgültig zu Ende. Von einer Sperre gefährdet sind weiters Lilian Thuram, Willy Sagnol, Patrick Vieira und Franck Ribery bzw. Maniche, Ricardo Carvalho, Nuno Valente und Ricardo.

Angesichts der Zidane-Renaissance überschlugen sich in den vergangenen Tagen die Medien weltweit mit Superlativen über den genialen Glatzkopf. Auch aus den Reihen des Gegners gab es im Vorfeld des Spieles bewundernde Worte. "Es gibt keinen anderen Spieler auf der Welt, der den Ball wie er behandelt", meinte Portugal-Verteidiger Miguel. Und für Italiens Teamchef Marcello Lippi ist Zidane "der beste Fußballer der vergangenen 20 Jahre".

In der "Equipe" ist Zidane natürlich uneingeschränkter Chef und Ratgeber, doch Jungstar Franck Ribery (23) tut sich manchmal schwer mit den Tipps des Meisters. "Zizou sagt mir, ich soll meine Kräfte sparen. Ich höre ihm zu, aber es ist schwer, weil ich nicht weiß, wie ich meine Kräfte einteilen soll. Ich will immer angreifen, ich will bei zehn Möglichkeiten zehnmal angreifen." Ribery, der seit einem Autounfall als Kind große Narben im Gesicht trägt, hat für seine Auftritte bei der WM auch von Zidane öffentlich viel Lob bekommen.

Zidanes Karriereende nach der WM ist längst beschlossene Sache, beim um ein Jahr jüngeren Figo sieht es hingegen anders aus. Portugals Rekordnationalspieler hat bei Inter Mailand noch ein Jahr Vertrag, unter Luiz Felipe Scolari könnte er sich sogar noch die Fortsetzung seiner Teamkarriere vorstellen. "Scolari ist der Beste, den wir je hatten", stellt Figo klar.(APA/AFP/AP/dpa)

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