US-Automarkt schwer unter Druck

21. Juli 2006, 12:11
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Deutlicher Rückschlag angesichts hoher Treib­stoffpreise und scharf rückläufiger Absatz­zahlen bei großen Gelän­dewagen und Pickups

New York - Der amerikanische Automobilmarkt hat im Juni angesichts hoher Treibstoffpreise und scharf rückläufiger Absatzzahlen bei großen Geländewagen und Pickups einen deutlichen Rückschlag erlitten. Besonders betroffen waren die US-Hersteller General Motors (GM) und Chrysler; Ford hatte ebenfalls Einbußen. Dagegen entwickelte sich das Geschäft der deutschen Anbieter Volkswagen, Audi, BMW, Mercedes-Benz und Porsche vor allem wegen neuer Modelle relativ gut.

Der US-Automobilabsatz aller in- und ausländischen Anbieter ist im Juni gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat um fast elf Prozent auf 1,5 Millionen Autos gefallen. Dabei erlebte GM im heimischen Markt einen Absatzeinbruch von 25,9 Prozent auf auf 413.473 Autos. Die "Truck"-Auslieferungen - Geländewagen, Pickups und Minivans - sackten dabei um 36,8 Prozent ab.

Höhere Benzinpreise

Bei Chrysler fiel der Juni-Absatz um 15 Prozent auf 185.946 Stück. Chrysler hat seit Jahresbeginn 1,13 Millionen Autos untergebracht oder fünf Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2005. "Die Verbraucher ringen mit den Auswirkungen höherer Benzinpreise und anderer wirtschaftlicher Unsicherheitsfaktoren, die die gesamte Autobranche treffen", erklärte Vizepräsident Steven Landry. Chrysler setzt jetzt auf die Wiedereinführung der günstigen Mitarbeiterpreise für alle Kunden und andere Verkaufshilfen sowie die neue innovative Werbekampagne "Fragt Dr. Z" (Ask Dr. Z), die den DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche herausstellt.

Toyota lag mit einem Juni-Absatz von 223.018 (plus 14,4 Prozent) vor Chrysler. Ford hat im Juni unter Einschluss von Jaguar, Volvo und Land Rover 269 404 Autos im heimischen Markt untergebracht oder 6,9 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Deutsche Autobauer legen zu

Die Volkswagen of America lieferte im Juni 20.121 Autos in den USA aus oder 5,5 Prozent mehr als vor einem Jahr, wobei der neue Passat massive Steigerungsraten verbuchte. Der neue "Rabbit" und andere Golf-Modelle konnten zulegen. Die amerikanische VW-Tochter verkaufte im ersten Halbjahr 116.045 Autos oder 20 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Audi hat den US-Absatz im Juni um neun Prozent auf 8.039 Fahrzeuge gesteigert. Dabei entwickelte sich der gerade eingeführt Geländewagen Q7 zum heißen Renner. Davon wurden 1.310 Stück abgesetzt. Der amerikanische Audi-Chef Johan de Nysschen verwies auf den Absatzanstieg von 6,8 Prozent auf 40.555 Autos im ersten Halbjahr und geht für das Gesamtjahr von einem Verkaufsrekord aus. Das bisherige US-Verkaufshoch hatte Audi hier 2003 mit 86.421 Stück verbucht.

BMW und Porsche

BMW hat im Juni unter Einschluss von Mini im amerikanischen Markt 27.735 Autos untergebracht, plus 2,7 Prozent. Während der Pkw-Verkauf zulegte, gab es bei Geländewagen deutliche Rückschläge. Der Verkauf stieg im ersten Halbjahr um 8,6 Prozent auf 157.246 Fahrzeuge.

Der Sportwagenbauer Porsche hat in Nordamerika im ersten Halbjahr die Auslieferungen in den USA und Kanada um 14,2 Prozent auf 19.710 Fahrzeuge erhöht. "Das ist der höchste Wert, den das Unternehmen jemals in diesem Zeitraum erzielt hat", gab Porsche bekannt.

Die Mercedes-Benz of North America erhöhte ihren Juni-Verkauf um 14 Prozent auf ein Rekordniveau von 20.802 Autos und legte in den ersten sechs Monaten um 16,5 Prozent auf 114.935 Stück zu. Die neuen Geländewagen der R- und der GL-Klasse sowie die S-Klasse waren gefragt. (APA/dpa)

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