Rückgang der Arbeitslosigkeit auf 5,6 Prozent

27. Juli 2006, 20:01
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Die Arbeitslosenquote verbesserte sich auf 5,6 Prozent nach 6,1 Prozent im Vorjahr - Kräftig gestiegen ist die Beschäftigung

Wien - Durch den kräftigen Anstieg bei den Schulungen (plus 21,4 Prozent) hat sich die Situation am heimischen Arbeitsmarkt nach offiziellen Zahlen im Juni deutlich entspannt. Die Arbeitslosenquote verbesserte sich auf 5,6 Prozent nach jeweils 6,1 Prozent im Vorjahr und im vorangegangenen Monat Mai, geht aus der aktuellen Statistik des Arbeitsmarktservice (AMS) hervor. Kräftig gestiegen ist auch die Beschäftigung: Im Juni erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten gegenüber dem Vorjahr um 1,57 Prozent oder um 51.182 Personen auf 3.305.898 unselbstständig Beschäftigte. Gegenüber Mai nahm die Beschäftigung um 0,88 Prozent oder um 28.748 Personen zu, meldet der Hauptverband der Sozialversicherungsträger.

Kräftiger Anstieg bei Schulungen

Auf Grund des kräftigen Anstiegs bei den Schulungen (plus 21 Prozent) nahm die Arbeitslosigkeit im Juni im Jahresvergleich um 7,1 Prozent oder um 14.942 Betroffene auf 196.368 gemeldete Arbeitslose ab, gab wie berichtet Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein gestern bekannt. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit habe sich beschleunigt, so der Minister heute, Dienstag. Der Bestand der vorgemerkten Arbeitslosen liege heuer erstmals seit 3 Jahren wieder deutlich unter 200.000.

Rechnet man allerdings die in Schulung befindlichen Arbeitslosen zu den offiziellen Daten dazu, waren im Juni 254.079 Personen ohne Job, das waren immerhin noch um 4.784 Betroffene weniger als vor einem Jahr.

Saisonbedingte Abnahme

Gegenüber Mai 2006 nahm die Arbeitslosigkeit in Österreich saisonbedingt kräftig und zwar um 7,3 Prozent oder um 15.482 Betroffene ab. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich fiel bei den Männern mit minus 8,6 Prozent auf 102.058 Betroffene deutlich stärker aus als bei den Frauen mit minus 5,4 Prozent auf 94.310 Jobsuchende.

Bartenstein sieht die Ursachen für die anhaltend günstige Entwicklung vor allem im stabilen Wirtschaftswachstum (das WIFO hat die Prognose für 2006 in der aktuellen Prognose auf 2,6 Prozent nach oben revidiert), das im Sachgüterbereich (-11,4 Prozent) und auch im Bau (-11,1 Prozent) zu überdurchschnittlich rückläufigen Arbeitslosenzahlen führt. Die günstige Entwicklung habe zudem inzwischen alle wichtigen Branchen erfasst. Auch im Tourismus ist die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen Ende Juni um 3,9 Prozent zurück gegangen.

Dazu komme, dass trotz des anhaltenden Zustroms von Arbeitskräften aus Deutschland (Ende Mai 2006 waren gegenüber dem Vorjahr um 8.300 mehr Personen aus dem westlichen Nachbarland am österreichischen Arbeitsmarkt), der Anstieg des gesamten Arbeitskräftepotenzials unter den Zuwächsen des Vorjahres bleibt.

Günstige Entwicklung bei offenen Stellen

Weiter angehalten hat im Juni auch die günstige Entwicklung bei den offenen Stellen: Ende Juni 2006 waren beim AMS 35.813 offene Stellen gemeldet, das waren um 25,9 Prozent oder um 7.363 mehr als im Vorjahr. Deutliche Zuwächse gab es vor allem bei den unternehmensbezogenen Dienstleistungen (+3.523; +38,0 Prozent) und im Fremdenverkehr (+1.184; +30,0 Prozent). Einen Anstieg gab es auch in der Sachgütererzeugung (+935; +29,2 Prozent), im Bauwesen (+822; +33,0 Prozent) und im Handel (+615; +17,9 Prozent). Die durchschnittliche Dauer einer Arbeitslosigkeitsperiode lag Ende Juni 2006 bei 109 Tagen. Die aktuelle Verweildauer liegt somit um 1 Tag unter dem Wert vom Juni 2005. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen mit einer Vormerkdauer von über einem Jahr ist Ende Juni 2006 gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres mit -3.285 bzw. -29,0% auf 8.024 kräftig zurückgegangen.

Weniger Arbeitslose in allen Bundesländern

Ende Juni 2006 war die Arbeitslosigkeit wieder in allen Bundesländern rückläufig. In Wien ging der Bestand an vorgemerkten Arbeitslosen um -4.334 (-5,7 Prozent) gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres auf 72.209 zurück, in Niederösterreich um -2.716 (-7,8 Prozent) auf 32.171, in der Steiermark um -2.432 (-8,7 Prozent) auf 25.441, in Oberösterreich lag der Rückgang bei -2.191 bzw. -10,0 Prozent auf 19.761, in Salzburg bei -1.334 bzw. -14,2 Prozent auf 8.058 und in Vorarlberg konnte eine Abnahme von -842 (-9,3 Prozent) auf 8.238 verzeichnet werden. In Tirol hat sich der Bestand an vorgemerkten Arbeitslosen um -496 (-3,6 Prozent) auf 13.452, in Kärnten um -392 (-3,4 Prozent) auf 11.143 und im Burgenland um -205 (-3,4 Prozent) auf 5.895 verringert.

Die Jugendarbeitslosigkeit hat im Juni 2006 um -11,0 Prozent (-3.769 auf 30.470) gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres abgenommen. Sowohl in der Altersgruppe der bis 19-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit mit -10,9 Prozent (-894 auf 7.294) als auch bei den 20- bis 24-Jährigen (-11,0 Prozent bzw. -2.875 auf 23.176) gesunken. Im Juni 2006 ging die Zahl der Lehrstellensuchenden um 132 (-3,1 Prozent auf 4.150) zurück. Bei den gemeldeten offenen Lehrstellen ist mit +1.299 bzw. +58,3 Prozent auf 3.529 eine deutliche Zunahme zu verzeichnen.

Rückgängig bei Älteren

Die Arbeitslosigkeit der über 49-Jährigen betrug im Juni 2006 38.210 und ist im Vergleich zum Juni 2005 um 2.031 bzw. -5,0 Prozent gesunken. Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 50- bis 54-Jährigen ist um 914 bzw. -4,7 Prozent gesunken, bei den 55- bis 59-Jährigen ging sie um 342 bzw. -2,1 Prozent zurück. Rückgängig ist weiterhin die Arbeitslosigkeit bei den über 59-Jährigen (-775 bzw. -16,9 Prozent).

Rückläufig ist die Arbeitslosigkeit vor allem im Sachgüterbereich (-4.295; -11,4 Prozent), im Bau (-2.681; -11,1 Prozent), im Handel (-2.677; -6,8 Prozent), im Fremdenverkehr (-1.185; -3,9 Prozent) und bei den sonstigen Dienstleistungen (-1.112; -8,5 Prozent).

Ende Juni 2006 ist bei den vorgemerkten Arbeitslosen mit höherer Schulbildung (-7,4 Prozent; -1.449), mit akademischer Ausbildung (-2,7 Prozent; -239), mit Lehrausbildung (-7,7 Prozent; -5.322) sowie mit Pflichtschulabschluss (-7,6 Prozent; -6.644) ein Rückgang zu verzeichnen. Anteilsmäßig entfallen rund 79 Prozent aller Arbeitslosen auf Personen ohne abgeschlossene Schule sowie Personen mit Pflichtschulabschluss oder Lehrabschluss (ohne Meisterprüfung). (APA)

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