Tiepolo und drei andere Gemälde fanden ihren alten Besitzer

11. Juli 2006, 12:58
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Bilder aus Berliner Gemäldegalerie zurückgegeben - Kamem 1942 zur Restaurierung in Museen und wurden nie abgeholt

Berlin - Vier Gemälde aus dem 18. Jahrhundert, darunter ein Werk von Giovanni Domenico Tiepolo, sind jetzt von der Berliner Gemäldegalerie an einen früheren Besitzer zurückgegeben worden. Das teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit, ohne nähere Angaben über den Eigentümer zu machen. Die Bilder seien 1942 über eine Kunsthandlung zur Restaurierung in die Berliner Museen gekommen und dann nie abgeholt worden. Sie wurden als Fremdbesitz aufbewahrt und 1999 in der "Dokumentation des Fremdbesitzes" der Gemäldegalerie und online bei der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste in Magdeburg publiziert.

Herausragend unter den Werken ist das über vier mal zwei Meter große Ölbild "Steinigung des Heiligen Stephanus" von Tiepolo (1727- 1804). Das Gemälde entstand 1754 als Altarbild der Benediktinerabteikirche von Münsterschwarzach bei Würzburg, für die bereits der Vater des Malers, Giovanni Battista Tiepolo, im Jahr zuvor eine "Anbetung der Könige" gefertigt hatte. Nachdem das Kloster Anfang des 19. Jahrhunderts säkularisiert wurde, verlor sich die Spur des Stephanus-Bildes.

Bedeutung des Tiepolo

Das Gemälde sei von überragender Bedeutung für die Geschichte der italienischen Kunst in Deutschland und neben den Fresken der Würzburger Residenz "ein vorzügliches Beispiel für die Tätigkeit der beiden Tiepolos in Franken", betonte die Preußenstiftung. Auf Grund seiner Bedeutung präsentierte die Gemäldegalerie das Bild seit 1998 öffentlich in ihrem Neubau am Kulturforum zusammen mit anderen herausragenden Werken der venezianischen Malerei. Es war zudem auf einer Tiepolo-Ausstellung von 1996 in Würzburg ausgestellt.

Die drei anderen Gemälde des deutschen Barock sind der Preußenstiftung zufolge keinem Künstler eindeutig zuzuordnen. Zwei davon stellen Parklandschaften nach Art des Januarius Zick (1730- 1797) dar und dienten vermutlich als Supraporten. Das vierte Gemälde, nach Art des Philipp Peter Roos (1657-1706) gemalt, zeigt eine rastende Herde mit einem Hirten. Diese Bilder wurden bisher im Depot verwahrt. (APA/dpa)

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    Das über vier mal zwei Meter große Ölbild "Steinigung des Heiligen Stephanus" von Tiepolo (1727- 1804) entstand 1754 als Altarbild der Benediktinerabteikirche von Münsterschwarzach bei Würzburg.

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