Postenrochaden im ÖGB

6. Juli 2006, 14:42
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Ein neuer Präsident, zwei neue Finanzreferenten und zwei FSG-Vorsitzende in drei Monaten

Wien - Am 24. März gab der damalige ÖGB-Finanzchef und BAWAG-Aufsichtratspräsident Günter Weninger bekannt, dass der Gewerkschaftsbund mit seinem Vermögen für die BAWAG gehaftet hat. Davon wussten nur er selbst und Präsident Fritz Verzetnitsch. Seither geht es im ÖGB rund. Nicht nur dass man fast pleite ist und sogar die Regierung um Hilfe beknien musste, geht den Gewerkschaftern auch das Personal aus. Einen Präsidenten, zwei Finanzreferenten und zwei FSG-Vorsitzende hat der einst wegen seiner personellen Kontinuität gefürchtete ÖGB in gut drei Monaten verschlissen.

27.3.: Nach zwei Tagen der Verweigerung gibt ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch im erweiterten ÖGB-Präsidium seinen Rücktritt bekannt. Vizepräsident Rudolf Hundstorfer übernimmt interimistisch das Präsidentenamt. Auch Finanzreferent Günter Weninger tritt ab.

29.3.: Der ÖGB-Vorstand bestellt den Zentralsekretär der Metaller-Gewerkschaft Erich Foglar zum Nachfolger von Weninger als Finanzreferent.

4.4.: Das Präsidium der Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter schlägt Rudolf Hundstorfer, den Vorsitzenden der Gemeindebediensteten-Gewerkschaft, als Nachfolger von ÖGB-Präsident Verzetnitsch bis zum ordentlichen Bundeskongress im Jänner 2007 vor.

18.4.: Der Chef der Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) und Vorsitzende der Metaller-Gewerkschaft, Rudolf Nürnberger, erklärt aus Amtsmüdigkeit seinen Rücktritt. Seine Nachfolge bei den Metallern tritt Zentralsekretär Foglar an.

25.4.: Der Vorsitzende der Chemiearbeiter-Gewerkschaft, Wilhelm Beck, wird zum interimistischen Chef der Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter ernannt und übernimmt damit die Funktion von Rudolf Nürnberger.

16.5.: Der Banker Clemens Schneider wird neuer Finanzreferent des ÖGB. Er folgt auf Erich Foglar, der seinen neuen Job als Metaller-Vorsitzender mit der Rolle des Finanzchefs nicht für vereinbar hält.

3.7.: Wilhelm Beck legt sein Amt als Vorsitzender der FSG zurück, nachdem sich das Präsidium seiner harten Linie im Streit mit der SPÖ nicht angeschlossen hatte. Als sein Nachfolger wird der Chef der Eisenbahner-Gewerkschaft Wilhelm Haberzettl designiert. (APA)

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