Fast alle Todesopfer identifiziert

7. Juli 2006, 21:47
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Trauerfeier am Abend in der Kathedrale

Nach dem schwersten U-Bahn-Unglück in der Geschichte Spaniens sind in der Nacht auf Dienstag in Valencia die Bergungsarbeiten weitergegangen. Wie die Behörden in der Nacht mitteilten, wurden 41 Menschen getötet und 47 verletzt. Unter den Toten sind 30 Frauen. Bis zum frühen Morgen wurden bis auf eine Frau alle Todesopfer identifiziert. Von den Verletzten lagen zwölf noch im Krankenhaus, bei zweien von ihnen sei der Zustand kritisch, hieß es.

Auch der Lokführer erlag seinen schweren Verletzungen. Von seiner Aussage hatten sich die Ermittler Anhaltspunkte zur Unglücksursache erhofft. Einen Terroranschlag schloss die Polizei aus. Der Unfall geschah fünf Tage vor dem Besuch von Papst Benedikt XVI. in der ostspanischen Hafenstadt.

Trauerfeier am Abend in der Kathedrale

Nach bisherigen Erkenntnissen war der mit rund 150 Fahrgästen besetzte Zug der Linie 1 in einem Tunnel mit überhöhter Geschwindigkeit auf die Jesus-Station im Südwesten Valencias zugerast. In einer Kurve sprangen zwei Waggons aus den Schienen und stürzten um. Anscheinend sei der Zug vor der Station schneller geworden, statt abzubremsen, meldete der Rundfunk.

Für Dienstagabend ist in der Kathedrale von Valencia eine Trauerfeier für die Opfer geplant, zu der auch König Juan Carlos und Königin Sofia erwartet werden. Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero brach wegen des Unglücks einen Indien-Besuch ab und wird ebenfalls an der Trauerfeier teilnehmen. Die Regierung der Region Valencia kündigte eine dreitägige Staatstrauer an.

Älteste U-Bahn-Linie

Die U-Bahn-Linie, auf der das Unglück geschah, ist die älteste der vor 18 Jahren eröffneten Metro Valencias. Im September waren bei einem Zusammenstoß zweier U-Bahn-Züge auf derselben Linie 35 Menschen verletzt worden. Die Stadtverwaltung wies darauf hin, dass der Unglückszug erst vor wenigen Tagen überholt worden sei. Außerdem sei das Metronetz kürzlich für fast 130 Millionen Euro modernisiert worden. Die Gewerkschaften erklärten dagegen, das 150 Kilometer umfassende Schienennetz sei veraltet und werde nicht ausreichend gewartet.

Papst Benedikt XVI. wird am Samstag zum 5. katholischen Weltfamilientreffen erwartet, das derzeit in Valencia stattfindet. Zehntausende Pilger aus aller Welt sind bereits dort eingetroffen. An der Papst-Visite werde sich nichts ändern, hieß es. Zu dem Gottesdienst am Sonntag werden bis zu 1,5 Millionen Menschen erwartet. (APA/dpa)

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