Annäherung an das Modell Österreich

12. Juli 2006, 14:39
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Steuerlast für Unternehmen sinkt

Nicht nur auf Patienten kommen Änderungen zu. Union und SPD haben sich auch auf eine Reform der Unternehmensbesteuerung geeinigt und dabei ihren Blick zum Nachbarn schweifen lassen - gilt doch in deutschen Wirtschaftskreisen das ös terreichische Modell als Vorbild.

Ab 1. Jänner 2008 wird auch in Deutschland eine Steuer auf Kapitalerträge wie Zinsen und Dividenden fällig. Wie hoch diese genau ausfällt, ist noch unklar. Im Gespräch ist ein Satz von 30 Prozent im Jahr 2008, danach 25 Prozent. Zum Vergleich: In Österreich beträgt die Kapitalertragssteuer (KEST) 25 Prozent. Details für das deutsche Modell müssen bis zum 12. Juli klar sein, dann beschließt das Kabinett die gesamte Reform der Unternehmenssteuern.

Neue Bezeichnung

Die Steuerlast für Aktiengesellschaften und GmbHs in Deutschland soll von rund 38,6 auf unter 29,19 Prozent fallen. Die Gewerbesteuer bleibt bestehen, doch die 25-prozentige Körperschaftsteuer wird halbiert und heißt künftig "föderale Unternehmens-steuer". "Damit sind wir international wettbewerbsfähiger", erklärt Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber.

Mehr als ein Jahr hatten Union und SPD um diese Senkung gerungen, da die Steuerlast für Unternehmen in Deutschland zu den höchsten der EU zählt. Schwer im Magen liegt Berlin nach wie vor der Wettbewerb mit Österreich, wo die Gewerbesteuer abgeschafft wurde und die Körperschaftssteuer 25 Prozent beträgt, was viele deutsche Firmen zur Abwanderung bewogen hat.

Von den niedrigeren Steuern sollen auch Personen gesellschaften profitieren, die derzeit Einkommensteuer (im höchsten Fall 42 Pro- zent) bezahlen. Mittelfristig strebt Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) "volle Aufkommensneutralität"der Unternehmenssteuerreform an. Zunächst aber wird sie ihn fünf kosten. Auch Er- ben soll ab 2007 entlastet werden. (DER STANDARD, Prinausgabe, 4. Juli 2006)

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