14. Juli 2006, 12:02
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Der Chefredakteur der Budapester Boulevardzeitung "Blikk", Gabor Fejes, muss nach einem falschen Bericht über einen angeblichen Auftritt von Popstar Robbie Williams in Ungarn seinen Posten räumen. Man habe sich "einvernehmlich" voneinander getrennt, teilte der Ringier-Verlag am Montag mit. Eine am vergangenen Donnerstag veröffentlichte Meldung des Blattes hatte sich als Ente erwiesen. Williams war nicht, wie von der Zeitung dargestellt, für den ungarischen Multi-Millionär Sandor Csanyi aufgetreten. "Blikk" gehört dem Schweizer Medienkonzern Ringier, der in der Schweiz die Tageszeitung "Blick" herausgibt.

Im Visier der Konzernleitung

Der Online-Zeitung "index" zufolge soll der geschasste Zeitungsmacher bereits zuvor ins Visier der Konzernleitung geraten sein. So habe der sozialistische Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany laut der Online-Zeitung im Frühjahr bei Verlagschef Michael Ringier interveniert, weil "Blikk" im Wahlkampf angeblich Partei für die konservative Opposition ergriffen habe.

Williams-Imitator

Dem "Blikk"-Bericht zufolge sollte Williams am 18. Juni in Sarlospuszta südlich von Budapest eine knappe halbe Stunde auf der Hochzeit des Sohns von Csanyi aufgetreten sein. In Wirklichkeit habe aber nur ein Imitator das frischvermählte Paar und die Hochzeitsgesellschaft mit Songs von Williams unterhalten. Obwohl Csanyi in der Folge den Bericht dementierte und eine Richtigstellung verlangte, schob das Blatt einen weiteren Bericht nach, in dem ein Angestellter des Hotels die als falsch erwiesene Behauptung bekräftigte, dass der echte Robbie aufgetreten wäre. (APA/dpa)

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