Gemeinsamer Aufstand der Alten

6. Juli 2006, 16:16
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SPÖ, ÖVP und BZÖ arbeiten an einem "Seniorenplan"

Wien - Rot, Schwarz und Orange ziehen an einem Strang - zumindest bei den Senioren. Die Seniorenvertreter von SPÖ, Karl Blecha, und ÖVP, Andreas Khol, stellten sich am Montag gemeinsam hinter Sozialministerin Ursula Haubner (BZÖ). Ziel: die Umsetzung des österreichischen "Seniorenplans".

"Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, die demografische Herausforderung rechtzeitig zu erkennen", sagte Sozialministerin Haubner. Es gelte, die "hohe Lebensqualität für Menschen über 50 zu sichern". Aus diesem Grund wird von nun an auf "fundierter wissenschaftlicher Ebene"ein Forderungs- und Maßnahmenkatalog erarbeitet, dessen Inhalt in die Erstellung des Seniorenplanes einfließen soll.

Als wichtige Themenkomplexe nannte Haubner etwa die Pflege alter Menschen, die der "überproportionalen Zunahme der Hochaltrigen"in Österreich angepasst werden müsse. Aber auch den Zugang zu neuen Technologien gelte es zu verbessern, um Senioren fit für den Arbeitsmarkt zu machen. Und nicht zuletzt die Anpassung und Sicherung der Pensionen werden Thema für den Arbeitskreis sein.

Keine "Behübschung"

Nationalratspräsident Khol plädierte als Obmann des ÖVP-Seniorenbundes ebenfalls für ein Überdenken des Bildungs- und Pflegesystems, so gebe es bereits umfassende Pläne für eine "Geragogik", eine spezielle Form der Pädagogik, die sich mit den Fortbildungsmöglichkeiten älterer Menschen befasst. Als fünfter Sozialpartner sei man nicht nur bloße "Behübschung", sondern auch mitbestimmender Faktor.

Karl Blecha als Präsident des SPÖ-Pensionistenverbands erinnerte an die Leistung sämtlicher Parteien im Vorfeld des Seniorenplans. So würdigte er auch Ex-Generationenminister Herbert Haupt, der bei einer UNO-Konferenz in Madrid im April 2002 einen österreichischen Seniorenplan angekündigt und Zustimmung geerntet hatte. Die "sehr klaren Forderungen"dieser Altenkonferenz würde man nun einfordern, auch müsse "Schluss mit den Diffamierern"sein, die ältere Menschen nach wie vor als Last ansehen würden. (DER STANDARD, Prinausgabe, 4. Juli 2006)

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