Ungarische OTP Bank kauft russische Investsberbank

27. Juli 2006, 15:25
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Größte ungarische Bank bezahlt 375 Millionen Euro für 96 Prozent der Anteile

Budapest - Die größte ungarische Bank, OTP, erwirbt 96,4 Prozent an der russischen Investsberbank um 477 Mio. Dollar (375 Mio. Euro). Einen entsprechenden Vertrag haben OTP-Chef Sandor Csanyi und der Haupteigentümer der Investsberbank, Alexander Ponomarenko, am Montag in Moskau unterzeichnet.

Investsberbank groß im Kreditkartengeschäft

Die Investsberbank hat mit einer Bilanzsumme von 979,5 Mio. Euro weniger als ein Prozent Marktanteil in Russland, gehört jedoch im Kreditkartengeschäft zu den fünf wichtigsten Banken im Lande. Die Bank hat derzeit 78 Filialen, davon 30 in Moskau. 2005 erzielte die Bank einen Vorsteuergewinn von 9,1 Mio. Euro.

Die Investsberbank-Gruppe besteht nach Angaben der ungarischen Nachrichtenagentur MTI aus drei Banken: Der in Moskau ansässigen Investsberbank, der im Jahr 2000 erworbenen Promfinservicebank (Noworossijsk) und der 2004 übernommenen Omskpromstroibank (Omsk). Der Abschluss der Fusion der beiden zugekauften Banken mit der Investsberbank wird für August 2006 erwartet.

"Wir haben ein gutes Geschäft gemacht", sagte Csanyi in Moskau. "Es war nicht billig, aber angesichts der Marktentwicklung auch nicht teuer."

90 Prozent des Kaufpreises sollen nach dem Vorliegen sämtlicher behördlicher Genehmigungen überwiesen werden, voraussichtlich im Herbst 2006. 10 Prozent sollen für ein Jahr deponiert werden, um eventuelle Garantieansprüche abzudecken.

OTP im Ausland aktiv

Die OTP-Bank hat derzeit sechs Auslandstöchter: Die bulgarische DSK Bank, die OTP Banka Slovensko, die OTP Bank Romania, die kroatische OTP banka Hrvatska und in Serbien die Niska banka und die Zepter banka. Ein Fünftel der Bilanzsumme der OTP-Gruppe entfiel Ende März bereits auf die Auslandstöchter, die im 1. Quartal 2006 5,82 Prozent des konsolidierten Nettogewinns erzielten.

Anfang Juni hat die OTP auch einen Vertrag zur Übernahme von 100 Prozent der JSCB Raiffeisenbank Ukraine um 650 Mio. Euro unterzeichnet. Darüber hinaus wollen die Ungarn ein Übernahmeangebot für mindestens 67 Prozent an der serbischen Kulska banka (Novi Sad) machen, das von den Kulska-Aktionären unterstützt wird. (APA)

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