Nachlese: Italien für Zusammenarbeit mit europäischen Börsen

18. Oktober 2006, 17:16
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Finanzaufsicht Consob favorisiert föderales Modell - Deutsche Börse will auch mit Madrid über Kooperation oder Fusion reden

Mailand - Im Poker um eine Allianz mit der Mehrländerbörse Euronext oder mit der Deutschen Börse hat die italienische Finanzaufsicht Consob Stellung bezogen: Man favorisiere ein föderales Modell bei einer möglichen Zusammenarbeit der europäischen Börsen. Die Allianzen sollten dabei die Bereiche Abwicklung, Verrechnung und Aktienhandel abdecken, sagte Consob-Präsident Lamberto Cardia am Montag in Mailand.

Zwei Angebot für Borsa Italiana

Die Betreibergesellschaft der Mailänder Börse, die Borsa Italiana SpA, hat derzeit Angebote vom europäischen Börsenbetreiber Euronext vorliegen sowie von der Deutschen Börse. Noch in dieser Woche könnten Gespräche über eine Zusammenarbeit mit der Borsa Italiana beginnen, sagte Cardia. "Die Rahmenbedingungen ändern sich schnell. Wir sehen zahlreiche Versuche für Kooperationen und Übernahmen." Ein föderales Modell biete aber die beste Möglichkeit einer künftigen Zusammenarbeit.

Die italienische Börse hatte kürzlich in Aussicht gestellt, sie wolle diese Woche entscheiden, ob sie mit Euronext oder der Deutschen Börse Gespräche über eine Allianz führen will. "Beide Möglichkeiten sind intelligent. Die Börse untersucht zwei Vorschläge und nicht Übernahmeangebote und muss nun die Verhandlungen eröffnen", hatte Alessandro Pansa, Mitglied des Lenkungsausschusses der Borsa Italiana, am vergangenen Donnerstag gesagt.

Deutsche Börse schielt nach Italien und Spanien

Neben Italien orientiert sich die Deutsche Börse auch in Richtung Spanien. Am Freitag wurde bekannt, dass die Frankfurter auch mit der Börse in Madrid über eine mögliche Kooperation oder Fusion sprechen wollen. Ein entsprechendes Angebot sei bereits am 30. Mai eingegangen, teilte der Börsenbetreiber BME am vergangenen Freitag in Madrid mit. Die Spanier wollen jedoch zunächst ihren eigenen Börsengang abwarten, bevor sie der Deutschen Börse antworten. (APA/dpa)

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