Maradona stärkt Pekermans Rücken

3. Juli 2006, 15:49
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"Auch Vorgänger Bielsa hat eine zweite Chance bekommen" - Argenti­nische Legende schloss Nachfolge als Teamchef aber nicht aus

Buenos Aires/Herzogenaurach - In der Diskussion um den Trainerposten der argentinischen Fußball-Nationalmannschaft taktiert Diego Armando Maradona und will sich nicht festlegen. Er schloss eine Nachfolge des bereits zurückgetretenen Jose Pekerman nicht aus, allerdings forderte er auch, dem Coach eine weitere Chance zu heben. "Ich weiß, wie Trainer leiden und ich bin keiner, der darauf wartet, dass einer fliegt", meinte Maradona.

Obwohl er vor der WM bereits von seinem "großen Traum" gesprochen hatte, als Trainer des zweifachen Weltmeisters zu arbeiten, machte er sich nun sogar für den zurückgetretenen Pekerman stark und forderte Respekt vor dessen Arbeit. "Diese WM war besser als die vergangene, und (Marcelo) Bielsa hat auch eine zweite Chance bekommen", sagte Maradona. Die Pekerman-Schützlinge hätten mehr gezeigt als die Teams, die im Halbfinale seien: "Argentinien war auch besser als Deutschland."

Einen Rücktritt vom Rücktritt schloss Pekerman nach seiner Ankunft am Sonntag (Ortszeit) kurz vor Mitternacht in Ezeiza bei Buenos Aires aus. "Wir haben nicht die sieben WM-Spiele gemacht, die wir wollten, daher war es ein Versagen", gab sich der 56-Jährige, der mit einigen Spielern zusammen von 5.000 Fans dennoch begeistert empfangen wurde, auch über 50 Stunden nach seinem Rückzug noch immer tief deprimiert. Er bleibe dabei, dass das Kapitel abgeschlossen sei.

Auch Lionel Messi, der bei der Endrunde kaum zum Einsatz gekommen war, machte sich für Pekerman stark. "Klar, ich wünsche mir, dass er weitermacht. Wie alle. Er weiß sehr gut, wie er die Mannschaft zu führen hat", sagte der Jungstar.

Bilardo ist bereit

Unterdessen hat sich auch Carlos Bilardo, der Argentinien als Teamchef zum WM-Titel 1986 und dem Finale vier Jahre darauf geführt hatte, angeboten. Er möchte wieder die Geschicke der "Albiceleste" leiten. Bilardo will an der Spitze einer "Arbeitsgruppe" stehen, wie er es formulierte. Dieser sollen ehemalige Spieler, darunter auch Diego Maradona angehören. (APA/dpa)

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