Russland ruft Palästinenser zur Freilassung der Geisel auf

5. Juli 2006, 10:43
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Präsident Putin verspricht zudem, zur "Normalisierung" im Gaza-Streifen beizutragen

Moskau/Ramallah - Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat die Palästinenser zur Freilassung des verschleppten Soldaten und zu einem Stopp der Angriffe auf israelische Städte und die Israelis zur Zurückhaltung aufgerufen. Ziel müsse es sein, die Situation zu beruhigen und zu stabilisieren, um dann wieder Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern aufnehmen zu können, sagte Lawrow am Montag bei einem Treffen mit seiner israelischen Amtskollegin Tzipi Livni. Das Verhältnis zwischen Russland und Israel, das auf vielen Gemeinsamkeiten basiere, nannte er "extrem solide".

Russland könnte eine positive Rolle in der gegenwärtigen israelisch-palästinensischen Krise spielen, betonte Livni am Montag bei einem Treffen mit ihrem russischen Kollegen in Moskau. Sie hoffe, dass Moskau seine guten Kontakte zur Hamas nutzen werde, um die Freilassung des israelischen Soldaten zu fordern, dessen Entführung Israel zu seiner derzeitigen Militäroffensive veranlasst hat. "Die russisch-israelischen Beziehungen entwicklen sich dynamisch", sagte die Außenministerin.

Russland hatte im März eine ranghohe Hamas-Führungsdelegation unter Leitung von Politbürochef Khaled Mashaal eingeladen, um nach Darstellung der Moskauer Regierung das "ungleiche Kräfteverhältnis" auszugleichen, das durch die US-Bevorzugung für Israel bestehe. Präsident Wladimir Putin hatte zur Wiederaufnahme des Friedensprozesses auf der Grundlage des internationalen Friedensfahrplans (Roadmap) aufgerufen. Die Roadmap untersagt einseitige Maßnahmen und sieht einen existenzfähigen palästinensischen Staat im Westjordanland und Gaza-Streifen vor.

Russland will zur "Normalisierung" im Gaza-Streifen beitragen

Der russische Präsident Wladimir Putin hat zugesagt, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um zu einer "schnellen Normalisierung" der Lage im Gaza-Streifen beizutragen. Moskau wolle hierzu weitere "Schritte unternehmen", sagte Putin laut dem Kreml am Montag in einem Telefonat mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas.

Abbas habe angerufen, nachdem sich Putin mit der israelischen Außenministerin Tzipi Livni getroffen habe. Livni beriet auch mit ihrem russischen Kollegen Sergej Lawrow über die Eskalation im Nahen Osten nach der Entführung eines Soldaten und dem darauf folgenden israelischen Großeinsatz im Gaza-Streifen. (APA/dpa/Reuters/red)

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