Alte Präsidentenvilla zum "Schnäppchenpreis" von 4,35 Millionen gekauft

5. Juli 2006, 12:49
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BIG erwirbt abbruchreifes Geisterhaus - Soll noch im Sommer für allgemeinen Verkauf ausgeschrieben werden

Wien - Die alte Präsidentenvilla auf der Hohen Warte in Wien-Heiligenstadt, ehemalige Residenz von Franz Jonas, Rudolf Kirchschläger, Kurt Waldheim und Thomas Klestil wird dieser Tage von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) für rund 4,35 Millionen Euro erworben. Noch in diesem Sommer soll die Liegenschaft zum allgemeinen Verkauf ausgeschrieben werden, sagte BIG-Pressesprecher Ernst Eichinger.

Das noble Grundstück Hohe Warte 36 umfasst rund 10.000 Quadratmeter mit ca. 750 Quadratmeter Wohnfläche - Haupthaus und Nebengebäude. Dass die Präsidentenvilla zu einem "Schnäppchenpreis" von 4,35 Millionen Euro verscherbelt wird, liegt am desolaten Zustand der alten Gebäude, die Anfang der 50er Jahre saniert wurden. Die BIG strebt allerdings an, das Gebäude um einen höheren Preis zu veräußern. Laut Eichinger existiert eine Abbruchgenehmigung - er rechnet damit, dass diese auch zur Anwendung kommt. Von den insgesamt 10.000 Quadratmetern wären rund 4.000 bebaubar; vorstellbar wären Büros, Wohnanlagen oder aber ein Hotel.

Der Nationalrat hatte Finanzminister Karl-Heinz Grasser im Mai ermächtigt, die Präsidenten-Geister-Villa - über die BIG - zum vollen Verkehrswert zu verkaufen. Dies war möglich, weil der amtierende Bundespräsident Heinz Fischer sie nie bezogen hat, sondern in seiner Wohnung in der Wiener Josefstadt blieb. Ein Antrag auf Restitution war außerdem im vergangenen November von der Schiedsinstanz für Naturalrestitution abgelehnt worden. (APA)

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