Starkes Interesse an Bawag-Lotterien-Anteil aus den USA

16. Juli 2006, 18:05
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Für den Anteil der Bawag P.S.K. an den Österreichischen Lotterien gibt es Interessenten aus den USA - Casinos-Chef Wallner will auf Vorkaufsrecht nicht verzichten

Wien - Im Zusammenhang mit dem möglichen Verkauf des Drittel-Anteils der BAWAG P.S.K. an den Österreichischen Lotterien melden sich nun auch Interessenten aus den USA zu Wort. "Es besteht ein starkes Interesse aus den USA entweder diesen Anteil zu erwerben, oder in irgendeiner Form mit der Casinos Austria diesbezüglich zu kooperieren", teilte am Montag per E-Mail der Auslandsösterreicher Dietmar Scherf, nunmehr Eigentümer des Consulting- und Developmentunternehmens Cascada Corporation in Las Vegas, mit.

"Ich denke, dass die bisher genannte Zahl von 180 Mio. Euro zu gering für den BAWAG-Drittel Anteil an den Österreichischen Lotterien ist," so Scherf. Der Wert liege mindestens bei 200 Mio. Euro und wahrscheinlich noch wesentlich höher.

Gesonderter Verkauf

Laut einem Bericht des "Kurier" von Mitte Juni könnte der Drittel-Anteil an den Lotterien gesondert verkauft werden, wofür Raiffeisen, BA-CA oder Frank Stronach in Frage kämen.

Da die Casinos Austria ein Vorkaufsrecht haben, wurde laut Scherf bereits der Dialog mit der Casinos Austria diesbezüglich aufgenommen. Doch sei bisher von der Casinos Austria kein Interesse diesbezüglich bekundet worden. Eine Stellungnahme der Casions Austria konnte heute bisher nicht erhalten werden.

Streng vertraulich

Wer die Interessenten am 34 Prozent-Lotterien Anteil aus den USA seien, könne er auf Grund des üblichen amerikanischen "Confidentiality Agreement" öffentlich nicht bekanntgeben, so Scherf, doch die betreffenden geschäftsführenden Personen in Österreich seien dazu informiert worden und würden die Sache ebenfalls streng vertraulich behandeln.

Scherf sorgte laut Medienberichten 1997 für Aufregung in Österreich, als der in die USA ausgewanderte Anlageberater über sein Büro in Las Vegas die Platzierung von Sportwetten angeboten hatte und hohe Gewinne versprach. Einige heimische Wettbüros witterten unlauteren Wettbewerb und die Konsumentenschützer sprachen von "Wucher" bei den Bearbeitungsgebühren.

Casinos Austria wollen Lotterien-Anteil kaufen

Die Casinos Austria seien selbst daran interessiert, den 34 Prozent-Anteil zu kaufen, sagte Casinos Austria-Chef Leo Wallner. "Wenn die BAWAG ihren Lotterien-Anteile verkaufen will, sind wir interessiert daran, unsere Syndikatsvereinbarung auszuüben", so Wallner.

Wallner, der zugleich auch Generaldirektor der Lotterien ist, bestätigte, dass es eine Kontaktaufnahme von Seiten des Auslandsösterreichers Dietmar Scherf gegeben hat.

Die BAWAG ist wie die Casinos Austria mit rund 34 Prozent an den Österreichischen Lotterien beteiligt. Was ein neuer BAWAG-Eigentümer nach dem geplanten Verkauf der Bank mit diesem Anteil macht, ist offen. Will er sich trennen, dann könnten die Casinos ihr Vorkaufsrecht ausüben und diesen Anteil aufgreifen und ihre Beteiligung auf 68 Prozent ausbauen.

Das Vorkaufsrecht ist Teil eines langfristigen Syndikatsvertrags zwischen den Casinos und der zur BAWAG-Gruppe gehörenden P.S.K. Beteiligungsverwaltung, die zusammen 68 Prozent an den Lotterien halten. 6 Prozent an den Lotterien gehören dem ORF, 26 Prozent der Lotto-Toto Holding, an der einige Banken beteiligt sind, darunter die Erste Bank, Raiffeisen Invest, Volksbanken oder die Hypo-Banken-Holding. (APA)

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