Fiat plant industrielle Partnerschaft

18. Juli 2006, 15:18
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Partner soll auf nächster Quartalskonferenz bekannt gegeben werden - Konzernchef Montezemolo könnte vor Ablöse stehen

Rom - Die italienische Autogruppe Fiat plant eine neue industrielle Partnerschaft, um sich auf dem globalen Markt behaupten zu können. "Die Zeit für eine industrielle Partnerschaft ist gekommen. Wir werden sie zusammen mit den Resultaten des zweiten Quartals ankündigen", sagte Fiats Geschäftsführer, Sergio Marchionne, am Dienstag in Mailand.

Marchionne arbeitet seit Monaten an neuen Partnerschaften. Zu Marchionnes Strategie gehört auch das Bemühen um eine stärkere Präsenz von Fiat in Schwellenländern. So schloss man 2005 ein Abkommen mit der größtem indischen Automobilgesellschaft Tata Motors ab. Im Jänner hatte die italienische Autogruppe auch eine Partnerschaft mit der russischen Firma Severstal Auto abgeschlossen.

Agnelli-Enkel könnte Ruder übernehmen

Inzwischen mehren sich Gerüchte über einen möglichen Wechsel an der Spitze der Fiat-Gruppe. Medienberichten zufolge soll der junge Spross der Unternehmerfamilie Agnelli, der 30-jährige John Elkann, das Steuer des Konzerns übernehmen und zum neuen Präsidenten der Gruppe aufrücken. Elkann ist als Nachfolger für Fiat-Präsident Luca Cordero di Montezemolo im Gespräch, der auch als Chef des italienischen Industriellenverbands Confindustria und als Präsident des Sportwagenherstellers Ferrari fungiert.

Größter Aktionär

Seit dem Tod seines Grossvaters Giovanni Agnelli im Jänner 2003 vertritt John Elkann das mit rund 30 Prozent größte Einzelpaket der Familienholding. John Elkann - genannt Jaki - bereitet sich schon seit Jahren auf eine Führungsrolle bei Fiat vor. Seit 1997 ist er Mitglied des Fiat-Aufsichtsrats. Ursprünglich war nicht Elkann, sondern sein älterer Cousin Giovannino Agnelli dazu auserwählt worden, die Verantwortung für die Gruppe zu übernehmen. Er starb jedoch im Dezember 1997 an Krebs.

Der Sohn von Agnellis einziger Tochter Margherita und des französischen Publizisten Alain Elkann hat mehrere Jahre in Paris gelebt und beherrscht vier Sprachen fließend. Der schüchterne Elkann kann auf die Unterstützung eines soliden Managements zählen. Die Führung des Konzerns obliegt bis auf weiteres Geschäftsführer Sergio Marchionne, der bei der Sanierung des Autoherstellers große Erfolge verbuchen konnte. Montezemolo ist aber über einen Chefwechsel skeptisch. "Elkann ist talentiert, muss aber noch Erfahrungen sammeln", so der Fiat-Boss. (APA)

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    Von Italien in die Welt: Der FIAT-Konzern will global stärker präsent sein und sucht dafür einen Partner

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