Firefox-Gründer Blake Ross: Der Internet Explorer 7 ist gut, aber...

29. Jänner 2008, 11:18
123 Postings

Microsoft hinke noch immer der Konkurrenz hinten nach - Softwarekonzern habe "unverantwortlich" gehandelt

In einem aktuellen Interview mit dem Seattle Post Intelligencer äußerst sich Firefox-Gründer Blake Ross unter anderem auch über den Internet Explorer 7: Er benutze diesen ab und an, und er müsse zugeben, dass dieser eigentlich ziemlich gut ist.

Erwartungen

Man erwarte von ihm immer, dass er die Konkurrenz schlecht mache, dies wolle er aber nicht. Microsoft habe genau das getan, was man erwartet habe: Jede Menge Zeit investiert, um den IE7 in Feature-Hinsicht näher an den Firefox heranzubringen.

Aufholen

Trotzdem sieht er derzeit noch deutliche Vorteile für das eigene Produkt: "Wenn der IE 7 mal veröffentlicht ist, werden wir bereits wieder ein ganzes Stück weiter sein." Der Internet Explorer hinke so stetig ein bis zwei Schritte nach.

Schuldig

Ross hat aber auch deutlichere Worte für die Konkurrenz übrig: Bevor der Firefox auf der Bildfläche erschienen sei, habe Microsoft den Browser vollkommen brach liegen lassen, ein Akt der äußerst "unverantwortlich" gewesen sei. Immerhin sei der Internet Explorer wohl die meist benutzte Anwendung aller Zeiten. Durch seine Nicht-Aktivität in diesem Bereich sei das Unternehmen seiner Meinung nach direkt für die diversen Nervigkeiten des Web wie Spyware oder Pop-Up-Werbung verantwortlich.

Vertrauensfragen

Selbst wenn der Internet Explorer bei der Funktionalität mal den Firefox einholt, sei es trotzdem wichtig auf den Open Source-Browser zu setzen. Denn schließlich stelle sich die Frage: Wie weit könne man einem Unternehmen vertrauen, dass einen schon einmal im Stich gelassen habe. Wer sagt, dass Microsoft sich – wenn das "Problem Firefox" mal erledigt ist, nicht wieder zurückzieht?

Statistiken

Derzeit sehe er diesen Trend aber noch nicht, der Firefox erfreue sich seit dem Launch der Version 1.0 eines stetigen Wachstums. Die Berichte mancher Web-Dienstleister, die immer wieder mal das Ende des Firefox-Booms vermelden, könne man selbst nicht nachvollziehen: Man habe dank der Kooperation mit Google eigen Zahlen, die wesentlich zuverlässiger seien, als das zufällige Sampling von 500 Webseiten oder ähnliches.

Zukunft

Derzeit widmet Ross seine Zeit aber vornehmlich einem anderen Projekt: Gemeinsam mit dem Entwickler Joe Hewitt, den er bei Netscape kennengelernt hatte, arbeitet der 21-jährige an einem Startup-Unternehmen. Details will er derzeit noch keine verraten, es werde aber etwas sein, was ihn die nächsten Jahre beschäftigen werde, so Ross. Und danach? Eventuell eine Karriere im Filmbusiness. Schließlich will er nicht den Rest seines Lebens ewig das Gleiche machen, und im Softwarebusiness ist er ja immerhin bereits seit 12 Jahren. (red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Blake Ross, Firefox-Gründer

Share if you care.