"Centrope" wächst schneller als EU-15

28. Juli 2006, 10:09
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WIFO: BIP pro Kopf in östlichen Teilregionen bei 88 Prozent des EU-Durchschnitts, im österreichischen Teil bei 117 Prozent

Wien - Die Wirtschaftsregion "Centrope" wuchs in den letzten zehn Jahren rascher als der Durchschnitt der EU-15. Laut einer aktuellen WIFO-Analyse lag das BIP-Wachstum in der "Europaregion Mitte" seit 1995 sowohl in den östlichen (nominell +5,6 Prozent pro Jahr) als auch in den westlichen Teilregionen (+4,2 Prozent) über Wirtschaftswachstum der EU-15 von 4,1 Prozent pro Jahr.

Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf beträgt in den östlichen Teilregionen rund 88 Prozent, im österreichischen Teil rund 117 Prozent des Durchschnitts der EU.

Die Wirtschaftsregion "Centrope" wurde 2003 von Wien, Niederösterreich, Burgenland, West-Transdanubien, Bratislava (Preßburg), der West-Slowakei und Süd-Mähren gegründet. Durch die grenzüberschreitende Kooperation soll die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und zur Entwicklung eines integrierten Wirtschaftsraums beigetragen werden.

Ausländische Direktinvestitionen

Der Anteil der ausländischen Direktinvestitionen am BIP war in den an Centrope beteiligten neuen EU-Ländern zuletzt (2003) mit 35 Prozent höher als in der EU-15 (33 Prozent) oder im Gesamtdurchschnitt (Welt 23 Prozent). In der Industrie dieser Länder beschäftigen die mit Direktinvestitionen ausgestatteten Betriebe mittlerweile 40 Prozent der Arbeitskräfte und erwirtschaften 60 bis 70 Prozent der Umsätze.

Die Gesamtausfuhr der Länder Zentraleuropas stieg im Zeitraum 1995-2005 mit +12,2 Prozent pro Jahr fast doppelt so rasch wie jene der EU-15, nicht zuletzt dank der Erfolge im wettbewerbsstarken EU-Binnenmarkt. Mit Zuwachsraten zwischen 14,6 Prozent (Slowakei) und 17,6 Prozent (Ungarn) verzeichneten auch hier die neuen EU-Länder in Zentraleuropa besondere Erfolge, aber auch Österreichs Ausfuhrerlöse (+7,9 Prozent) stiegen überdurchschnittlich stark (EU-15: +6,3 Prozent). Zudem entwickelt sich die Angebotsstruktur der neuen EU-Länder Zentraleuropas rasch in Richtung "moderner" technologie- und qualifikationsorientierter Spezialisierungen. (APA)

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