"Welt hat wieder Angst vor DFB-Team"

4. Juli 2006, 23:45
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Flotte Sprüche aus dem DFB-Lager, das Selbst­be­wusstsein ist größer denn je - Ballack und Klose fürs Halbfinale gegen Italien fit

Berlin - Trotz des Angstgegners Italien glaubt ganz Fußball-Deutschland jetzt felsenfest an den ganz großen WM-Triumph. "Italien ist schlagbar so wie Argentinien. Man stürmt jetzt Richtung Finale", erklärte selbst WM-Chef Franz Beckenbauer, der lange an den Methoden und der Mission des Bundestrainers Jürgen Klinsmann gezweifelt hatte. "Die Welt hat wieder Angst vor der deutschen Mannschaft", erklärte Teammanager Oliver Bierhoff mit breiter Brust.

Co-Trainer Joachim Löw fügte nach dem WM-Aus der Brasilianer und den damit rein europäischen Halbfinal-Spielen scherzhaft an: "Weltmeister sind wir vor zwei Tagen geworden, jetzt wollen wir noch Europameister werden." Dabei plant die sportliche Leitung mit Kapitän Michael Ballack und dem besten WM-Torschützen Miroslav Klose, die sich mit Blessuren an den Waden plagen. "Beide können spielen", sagte Löw am Sonntag.

Wohnzimmer Dortmund

Am Dienstag (21:00 Uhr) soll im "Wohnzimmer" Dortmund, wo eine DFB-Elf noch nie ein Länderspiel verloren hat, zunächst die nächste schwarze Serie beerdigt werden. "Jetzt nehmen wir uns Italien vor", verkündete Klinsmann-Assistent und Torwarttrainer Andreas Köpke.

Nach einer Familien-Party im Schlosshotel, mit der das 4:2 im Elfmeterschießen gegen den Weltklasse-Gegner Argentinien gefeiert wurde, bat der Bundestrainer sein Personal am Sonntag zur Vorbereitung auf das WM-Halbfinale. Der Kampf um Kapitän Ballack und den 1:1-Torschützen Klose (jetzt schon 5 Turnier-Tore), neben Elfmeter-Held Jens Lehmann und Kämpfer Torsten Frings die entscheidenden Figuren beim Sieg über Argentinien, hatte jedoch schon unmittelbar nach dem Ende des Elfmeter-Dramas begonnen.

An der Grenze

Trotz Krämpfen hatte Ballack wie Oliver Neuville, Lukas Podolski und Tim Borowski vom Elfmeterpunkt souverän verwandelt. Gleich danach ließ er seine lädierten Waden behandeln, auch Klose wurde von muskulären Problemen geplagt. "Viele sind absolut über ihre Grenzen gegangen", lobte Klinsmann nach der aufwühlenden zehnten Halbfinal-Qualifikation einer deutschen WM-Mannschaft sein Personal.

Regeneration steht deshalb bei der Vorbereitung auf den Italien-Hit an erster Stelle. Klinsmann könnte seine Startelf verändern, vor allem Tim Borowski hatte nach seiner Einwechslung gegen Argentinien nicht nur durch seine Tor-Vorbereitung per Kopf seine Ambitionen unterstrichen. (APA/dpa)

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