Hilfe für Hochwasser-Opfer in NÖ läuft an

3. Juli 2006, 18:33
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Schadenserhebungen gestartet - "Für genaue Zahlen noch zu früh" - Bundesheer versucht Damm aus der Luft zu reparieren

Waidhofen an der Thaya - Nach der Hochwasserkatastrophe im nördlichen Niederösterreich sind am Montag die Schadenserhebungen gestartet worden. "Für genaue Zahlen ist aber noch zu früh", hieß es aus dem Büro von Landesrat Josef Plank (V). Die Geschädigten sollen in den kommenden Tagen erste Auszahlungen des Landes Niederösterreich erhalten. Das Bundesheer begann indes, einen gebrochenen Damm bei Alt Prerau (Bezirk Mistelbach) aus der Luft zu schließen.

Sitzung am Dienstag

In den betroffenen Gebieten waren Sachverständige im Einsatz, die eine Bestandsaufnahme der Schäden durchführten. Die Berichte werden dann an das Land übermittelt, dann könne mit Zahlungen gestartet werden. In der Sitzung der Landesregierung werde demnach ein Beschluss für eine Soforthilfe an die Betroffenen am morgigen Dienstag vereinbart, berichtete der NÖ Landespressedienst. "Die Schadensgelder des Landes sollen rasch an die leidgeprüften Hochwasser-Opfer ausbezahlt werden, damit ein erster Schritt gesetzt werden kann, um das wieder aufzubauen, was durch das Hochwasser innerhalb kürzester Zeit zerstört wurde", so Landeshauptmann Erwin Pröll (V).

Eine Direkthilfe in Höhe von 363 Euro und ein zinsenfreier Sonderkredit von 5.000 Euro beschloss die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ). Spendenkonten richteten die NGO ADRA (Kontonummer 1.300.400, BLZ 60.000) und die Volkshilfe Niederösterreich (Kontonummer 9.001.6499, BLZ 60.000) ein.´

Damm wird aus der Luft repariert

Unterdessen startete das Bundesheer in Alt Prerau (Bezirk Mistelbach), einen auf zehn Metern gebrochenen Damm aus der Luft zu schließen. Hubschrauber setzten so genannte Big Bags, große Säcke gefüllt mit Sand und Steinen, in die offenen Bruchstellen. Vom Boden aus war der Damm nicht zugänglich. Auch in Kleinpertholz (Bezirk Gmünd) mussten Dämme saniert werden. Die Wassermassen, die der Romaubach in den vergangenen Tage führte, spülten die Schutzwälle an einigen Stellen so stark aus, dass diese brechen könnten. Soldaten aus Weitra begannen am Montag mit Vorbereitungsarbeiten, am Dienstag rücken dann Melker Pioniere mit schweren Maschinen an und reparieren die beschädigten Dammstücke.

Das Hochwasser im nördlichen Niederösterreich vom vergangenen Freitag hat beträchtliche Schäden verursacht. Allein im gesamten Bezirk Waidhofen an der Thaya sollen an die 1.500 Objekte betroffen sein. Weitere Meldungen waren aus den Bezirken Gmünd, Horn und Hollabrunn zu erwarten. Die Schadenssumme dürfte größer sein als bei den Überflutungen an der March. (APA)

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    Spezialgeräte beim Beseitigen von Bäumen im Hochwassergebiet Raabs an der Thaya.

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