Ärzte setzen Arbeitskampf fort

6. Juli 2006, 15:31
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Krankenhaus-Streiks in Bayern jedoch ausgesetzt - Unikliniken stimmen Tarifabschluss zu

Berlin/Stuttgart/München - Der Streik der Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern in Deutschland ist am Montag in die zweite Woche gegangen. In Baden-Württemberg legten Mediziner an fast 20 Kliniken die Arbeit nieder. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen. Sie verlangen außerdem einen eigenen Tarifvertrag für die 70.000 Ärzte an den bundesweit 700 kommunalen Klinken.

Krankenschwestern und Küchenpersonal wollen Arbeit niederlegen

Neben den Ärzten wollen am Montag auch Krankenschwestern und Küchenpersonal streiken - allerdings nur in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Der Marburger Bund will die Ausstände in einigen Ländern ausweiten, für andere sind Streikpausen geplant.

Streiks in Bayern ausgesetzt

An den kommunalen Krankenhäusern in Bayern wird diese Woche normal gearbeitet. Wie die Ärztegewerkschaft Marburger Bund am Montag in München mitteilte, bleiben die Ärztestreiks zunächst ausgesetzt, um den Arbeitgebern Bedenkzeit zu geben. Am Montagabend entscheidet das Landesstreikkomitee über das weitere Vorgehen. Für den kommenden Montag ist eine Radlaktion in München geplant. Am Mittwoch in einer Woche soll es eine Kundgebung in Nürnberg mit Teilnehmern aus dem ganzen Bundesgebiet geben.

Unikliniken stimmen Tarifabschluss zu

Der Tarifvertrag für die rund 22.000 Ärzte an den deutschen Unikliniken ist perfekt. Bei der Urabstimmung der gewerkschaftlich organisierten Ärzte votierten 86 Prozent für die vor zwei Wochen erzielte Einigung mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), wie die Ärztegewerkschaft Marburger Bund am Montag in Berlin mitteilte. Ausschlaggebend für dieses positive Votum sei vor allem die Tatsache, dass es gelungen sei, erstmals einen eigenständigen Tarifvertrag für die Ärztinnen und Ärzte an Universitätskliniken zu erkämpfen, betonte der Vorsitzende des Marburger Bundes, Frank Ulrich Montgomery, in einer Erklärung. (APA/dpa)

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