Ex-Roco-Eigentümer zeigt Raiffeisen an

27. Juli 2006, 14:21
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Unternehmen sei in den Konkurs getrieben worden - Banken-Sprecher: Vorwürfe sind nicht nachvollziehbar

Salzburg - Die Auseinandersetzung zwischen dem ehemaligen Eigentümer und Geschäftsführer des Modelleisenbahn-Herstellers Roco, Peter Maegdefrau, und seiner ehemaligen Hausbank, dem Raiffeisenverband Salzburg, geht in die nächste Runde. Am Wochenende hat Maegdefrau eine Sachverhaltsdarstellung an die Finanzmarktaufsicht abgeschickt. Raiffeisen habe das Unternehmen gezielt in den Konkurs getrieben und sich Vermögenswerte erschlichen, heißt es in der Anzeige, die der APA vorliegt.

Konkurs herbeigeführt

Nach Ansicht des ehemaligen Roco-Eigentümers sei der Konkurs von der Bank bewusst herbeigeführt worden. "Es kann nicht so sein, dass eine Bank so agiert und sich Vermögen unter den Nagel reißt", begründete Maegdefrau gegenüber der APA seinen Schritt. Es sei Aufgabe der Finanzmarktaufsicht, etwaiges Fehlverhalten einer Bank zu untersuchen. Gerichtliche Schritte habe er bisher keine unternommen.

Die Vorwürfe seien nicht nachvollziehbar, sagte der Pressesprecher von Raiffeisen, Udo Steckholzer. Zum Zeitpunkt des Konkurses habe das Unternehmen Verluste geschrieben. Nach der Übernahme durch die vom Raiffeisenverband Salzburg gegründete Auffanggesellschaft "Modelleisenbahn GmbH" und der Umstrukturierung entwickle sich das Unternehmen positiv. "Das freut uns sehr", sagte Steckholzer.

Auseinandersetzung auf Eigentümerseite

"Das ist eine Auseinandersetzung auf Eigentümerseite, in die ich mich nicht einmengen möchte", sagte der Geschäftsführer der "Modelleisenbahn GmbH", Rudolf Heher, auf Anfrage der APA. Das Unternehmen sei rigoros umstrukturiert worden und werde heuer einen Umsatz von rund 30 Millionen Euro und einen Gewinn von einer Million Euro machen. Die Anschuldigungen gegenüber Raiffeisen verstehe er in keinster Weise, sagte Heher.

Zur Vorgeschichte: Im Juli vergangenen Jahres musste Roco wegen Zahlungsunfähigkeit einen Konkursantrag stellen. Im Oktober 2005 übernahm eine vom Raiffeisenverband Salzburg gegründete Auffanggesellschaft das Unternehmen. Die Produktion wurde in die Slowakei verlagert, in Salzburg sind noch rund 80 Mitarbeiter beschäftigt. Vor der Insolvenz waren es 380 Personen. Einen weiteren Standort gibt es in Gloggnitz. Der Firmensitz wurde in den vergangenen Monaten von Hallein-Rif nach Bergheim übersiedelt. (APA)

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    Der ehemalige Roco-Hauptsitz in Hallein-Rif bei Salzburg.

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