Amokfahrt auf Berliner Fanmeile: Lenker in psychiatrische Klinik eingewiesen

7. Juli 2006, 10:15
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Sicherheitskonzept soll nicht geändert werden - Fanmeile wird wie geplant erweitert

Berlin - Der Amokfahrer der Berliner Fanmeile ist in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen worden. Wie die Berliner Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte, erließ der Ermittlungsrichter einen Unterbringungsbefehl wegen versuchtem Mordes, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und gefährlicher Körperverletzung. Den Angaben zufolge ist der 33-Jährige offenbar nur vermindert schuldfähig.

Der Mann war am Sonntag mit seinem Auto auf die Fanmeile vor dem Brandenburger Tor gerast. Dabei wurden 26 Menschen verletzt, darunter ein elfjähriger Junge schwer. Er erlitt Schürfwunden und eine Gehirnerschütterung und wird nach Angaben der Polizei noch im Krankenhaus behandelt.

Der Deutsche indischer Herkunft habe zum Tathergang keine Angaben machen können, erklärte die Staatsanwaltschaft. Er habe geglaubt, lediglich an einem Vorfall in der U-Bahn beteiligt gewesen zu sein. Die 55-jährige Mutter, die während der Amokfahrt als Beifahrerin im Auto saß, war ersten Ermittlungen zufolge an der Tat nicht beteiligt.

Trotz des Vorfalls soll die Fanmeile im Berliner Tiergarten zu dem Halbfinalspiel des deutschen Teams gegen Italien am (morgigen) Dienstag und zum Finale am Sonntag wie geplant erweitert werden. "Daran halten wir fest", sagte eine Sprecherin des Landes Berlin. Bei den jüngsten Spielen des deutschen Teams war das Fanfest überfüllt. Rund 750.000 Menschen drängten sich auf dem zwei Kilometer langen Areal zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule. Künftig sollen 900.000 Menschen Platz finden. (APA/AP)

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