Kopf-an-Kopf-Rennen bei Wahl-Neuauszählung

6. Juli 2006, 22:37
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Linkskandidat Lopez Obrador liegt bei 99,3 Prozent Auszählungsstand knapp hinter Konservativem Calderon

Mexiko-Stadt - Der Wahlkrimi in Mexiko ist auch am Donnerstag weitergegangen. Bei der vom Linkskandidaten Andres Manuel Lopez Obrador geforderten Nachzählung der Stimmen lag Felipe Calderon, der Bewerber der rechtskonservativen Partei PAN hauchdünn in Führung. Beim Auszählungsstand von 98,5 Prozent errang Calderon mit 35,78 Prozentpunkten lediglich 0,37 Prozent mehr als sein Rivale Lopez Obrador von der Partei der Demokratischen Revolution (PRD).

Nachzählung

"Wir liegen bei der Präsidentenwahl vorne, und die noch auszuzählenden Stimmen werden zu unseren Gunsten sein", erklärte Calderon. Zu Beginn der Nachzählung am Mittwoch hatte zunächst Lopez Obrador, der vor allem von der armen Bevölkerung unterstützt wird, vorne gelegen.

Das vorläufige Wahlergebnis wurde bereits am Montag veröffentlicht. Calderon lag bei der Wahl am Sonntag mit 36,4 Prozent der Stimmen etwa einen Prozentpunkt vor seinem Konkurrenten. Lopez Obrador, der ehemalige Bürgermeister von Mexiko-Stadt, hatte jedoch eine Überprüfung jedes einzelnen Stimmzettels gefordert und gedroht, das Ergebnis andernfalls nicht anzuerkennen.

Stimmzettel für Stimmzettel

Nach dem mexikanischen Wahlgesetz ist eine Stimmenauszählung formal dann korrekt, wenn das Ergebnis in Anwesenheit von Vertretern jeder Partei und von unabhängigen Wahlbeobachtern verlesen wird. Wenn Unstimmigkeiten auftreten, kann Stimmzettel für Stimmzettel nachgeprüft werden. Nach der Beschwerde von Lopez Obrador werden 2,58 Millionen Stimmzettel berücksichtigt, die zunächst wegen verschiedener Ungereimtheiten zurückgestellt worden waren.

Einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters zufolge will die Wahlbehörde die Nachzählung im Laufe des Tages abschließen und den Sieger ausrufen. Nach Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses können Beschwerden bei einem Wahltribunal eingereicht werden, das spätestens bis zum 6. September den Wahlsieger nennen muss. Eine Stichwahl, wie sie in vielen anderen Ländern Lateinamerikas bei einem unklaren Wahlausgang üblich ist, sieht die mexikanische Verfassung nicht vor. (APA/AP/Reuters)

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    Andres Manuel Lopez Obrador will das Wahlergebnis anfechten.

  • "Nein zum Wahlbetrug": Bei einer Demonstration vor der mexikanischen Wahlkommission zeigen Obrador-Anhänger Stimmzettel, die auf dem Müll gefunden wurden.
    epa/str

    "Nein zum Wahlbetrug": Bei einer Demonstration vor der mexikanischen Wahlkommission zeigen Obrador-Anhänger Stimmzettel, die auf dem Müll gefunden wurden.

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    Anhänger des konservativen Kandidaten Felipe Calderon feiern in Mexiko City

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