Frauen bleiben ihrer Bank treu, misstrauen aber ihrem Berater

31. Juli 2006, 13:32
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In einer Studie wurde erhoben, was Österreicherinnen von ihrer Bank erwarten. Demnach vertraut nur jede zweite Frau ihrem Bankberater ganz

In einer Studie wurde erhoben, was Österreicherinnen von ihrer Bank erwarten. Demnach vertraut nur jede zweite Frau ihrem Bankberater ganz. Überraschend ist, dass unter 30-Jährige wie die älteren Kundinnen direkten Kontakt und Volksbanken bevorzugen.

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Wien - Die Ansprüche, die oft an Frauen gestellt werden, sind vielfältig: Haushaltsmanagerin, erfolgreiche Karrierefrau und Finanzmanagerin soll sie sein. Letzterem Punkt hat sich das auf Banken spezialisierte Beratungsunternehmen emotion banking gewidmet und erhoben, was sich Frauen von ihrer Bank erwarten. Befragt wurden 2000 Österreicherinnen.

Der persönliche Kontakt in einer Filiale wird von über 60 Prozent der Frauen bevorzugt. Direktbanken punkten vor allem bei den 31- bis 40-Jährigen. "Interessant ist, dass die unter 30-Jährigen eher Fans der Volksbank sind", beschreibt Barbara Aigner, Chefin von emotion banking, die Beliebtheit der Banken. 33 Prozent der weiblichen Bankkunden würden zu Raiffeisen gehen. In Gastein betreibt die Raiffeisen seit 2. März sogar eine eigene Frauenbank als Shop-in-Shop-Konzept. Platz zwei belegen die Sparkassen und die BA-CA.

Konto und Sparbuch

Zu den am häufigsten genutzten Bankprodukten zählen unangefochten Konto und Sparbuch. Bausparen und Kreditkarten werden von rund der Hälfte der Befragten genutzt. Internetbanking wird bereits von 41 Prozent wahrgenommen.

Österreichs Bankkundinnen gelten als sehr loyal. "Rund 70 Prozent der befragten Frauen sind bereits seit über zwölf Jahren Kundin ihrer Hausbank. Je älter die Kundinnen, desto länger die Bankbeziehung", analysiert Aigner. Nur etwa ein Drittel der Befragten haben eine weitere Bankverbindung. "Langfristig gesehen möchten die meisten Frauen - über 70 Prozent - Kundin ihrer Hausbank bleiben. Mehr als zwei Drittel der Befragten würde wieder bei der jetzigen Hausbank Kundin werden wollen."

Was jedoch das Vertrauen in die Worte des Betreuers betreffe, sei Nachholbedarf gegeben. Denn nur jede zweite Frau vertraue ihrem Berater voll und ganz. Vor allem der Faktor Zeit spielt für die weiblichen Bankgeschäfte eine wichtige Rolle. Kundinnen erwarten sich von ihrer Bank Zeit sparende und rasche Lösungen. Der Faktor Zeit sei laut Aigner noch wichtiger als der Preis. Gefordert würden schnelle und unbürokratische Bankgeschäfte.

Veränderte Ansprüche

Große und "beachtliche" Unterschiede brächte das Alter mit sich. "Überdurchschnittlich viele jüngere Frauen zeigen Interesse an einem Vorsorgeprodukt, einer Pensions- oder Haushaltsversicherung", erklärt Aigner. Die 31- bis 40-Jährigen würden wiederum vor allem Leistungen privater Finanzdienstleister in Anspruch nehmen. Mit zunehmendem Alter werde Exklusivität ein immer wichtigeres Argument bei Bankgeschäften. Die Gruppe der 41-bis 60-Jährigen wünscht sich exklusive Bankleistungen mit Erlebnischarakter. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.7.2006)

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    Die meisten Österreicherinnen legen Geld auf die hohe Kante. Das Sparbuch zählt neben dem Konto zu den von Frauen am häufigsten genutzten Bankprodukten.

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