Italien fordert toten "Bruno"

4. Juli 2006, 15:49
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Umweltminister Scanio: "Hingerichteter Bär soll keine touristische Attraktion in Bayern werden"

Rom/Bozen - Der in Bayern erschossene Braunbär "JJ 1" alias "Bruno" könnte nun auch noch für zwischenstaatliche Auseinandersetzungen sorgen. Der italienische Umweltminister Pecorario Scanio (G) will am Montag von Bayern offiziell die Auslieferung des toten Tieres verlangen. "JJ 1" entstammt einer Bärenkolonie im Trentino. Bayern hat auf die Berichte vorerst gelasse reagiert.

Bär "hingerichtet"

Die formelle Anfrage wird am Montag verschickt, berichtete die RAI-Tagesschau in Bozen am Samstagabend. Ein Bär, der in Bayern "hingerichtet" worden sei, solle dort nicht zur touristischen Attraktion werden, so die Begründung des italienischen Ministers, der auch Chef der italienischen Grünen ist. Im übrigen sei der Bär Besitz des italienischen Staates, da er ein Exemplar zur Wiederansiedlung im Adamellogebiet im Trentino darstelle.

Die bayerischen Grünen hätten bereits ihre Unterstützung zugesichert, um dem unwürdigen Treiben bei dem Gerangel um den toten Bären ein Ende zu setzen, erklärte die Fraktionschefin der bayerischen Landtagsgrünen, Margarete Bause, gegenüber dem RAI-Sender Bozen. Den Bär, der ausgestopft werden soll, wollen die Schlierseer haben, wo er erlegt wurde, aber auch das Münchner Museum Mensch und Natur sowie das Münchner Jagdmuseum meldeten Ansprüche.

Bayern reagiert gelassen

Gelassen zeigt sich das bayerische Umweltministerium: Bisher sei ein derartiger Antrag nicht eingegangen, sagte Ministeriumssprecher Roland Eichhorn am Montag in München.

Sollte er eintreffen, werde er geprüft und beantwortet. Bevor dies den Behörden in Rom mitgeteilt werde, gebe es im Ministerium keine Auskunft dazu. "Bruno" war aus Norditalien über Österreich nach Bayern eingewandert. Er war von finnischen Spezialisten, die ihn lebend fangen sollten, zwei Wochen lang vergeblich verfolgt worden. Als er daraufhin zum Abschuss freigegeben wurde, erlegten ihn Jäger binnen weniger Stunden. (APA/dpa)

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    Grünen-Chef Scanio: "Bär wurde hingerichtet".

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