70.000 trauern in Gelsenkirchen

2. Juli 2006, 00:32
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Die englischen Fans hatten die Schalke-Stadt in Beschlag genommen und mussten dann mit dem Ausscheiden ihres Teams fertig werden

Gelsenkirchen - Tiefe Trauer bei den Engländern, Jubel bei den Portugiesen in Gelsenkirchen: Teils mit Tränen in den Augen verließen die englischen Fans nach dem verlorenen Elfmeterschießen das Stadion und die Fan-Feste, während die Portugiesen jubelten. Größere Zwischenfälle blieben bis zum späten Abend aus. Die Polizei nahm bei kleineren Reibereien insgesamt 50 Fans fest, darunter Deutsche und Engländer. Am Vorabend war es eine ähnliche Zahl gewesen.

Die Bundespolizei musste immer wieder kurzzeitig den Hauptbahnhof sperren, weil die Menge der abreisenden Fans die Kapazitäten sprengte. "Es ist aber alles friedlich geblieben, es handelt sich um ein reines Massenproblem", versicherte der Sprecher der Bundespolizei, Jürgen Karlisch.

Insgesamt war der Ansturm der englischen Fans etwas schwächer als erwartet ausgefallen, sagte Polizeisprecher Thomas Weise. 70.000 Fans waren siegessicher angereist, etwas weniger als erwartet, dazu 15.000 Portugiesen.

Mehr als 20.000 Briten hatten sich für die Begegnung auf dem Gelände der Trabrennbahn versammelt, wo sie das Viertelfinale mit der englischen Kommentierung der BBC verfolgen konnten. Kurz nach dem Spiel hatten die meisten Engländer mit hängenden Köpfen den Platz verlassen. In der Glückauf-Kampfbahn verfolgten etwa 20.000, vorwiegend englische sowie portugiesische und deutsche Fans das Spiel. Schon kurze Zeit nach Spielende waren die meisten auf der Heimreise. Etwa 30.000 Engländer und knapp 10.000 Portugiesen hatten Karten für das Stadion.

In der Gelsenkirchener Innenstadt hatten die Fans schon am Nachmittag friedlich gefeiert. Einige Tausend Briten blieben auch während des Spiel in den Kneipen und sahen sich die Partie am Fernseher an. "Die Stadt bietet ein buntes Bild. Die Fans feiern fröhlich miteinander", sagte Polizei-Einsatzleiter Peter Honnef. In der Innenstadt verzeichnete die Polizei allerdings eine Festnahme wegen gefährlicher Körperverletzung. Um die Arena herum gab es einige Festnahmen wegen verschiedener Ticket-Diebstähle. (APA/dpa)

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    Und wieder kam es dicke für England, erneut Aus nach Elferschießen.

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