Handys machen aus Briten notorische "Zuspätkommer"

9. Juli 2006, 16:59
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Durchschnittliche "Wartezeiten" für Freunde und Bekannte von 47,2 Minuten

Mobiltelefone sollen mit daran schuld sein, dass eine zunehmende Zahl von Briten im Zuspätkommen kein Problem mehr sieht. Solange man den Wartenden per Handy Bescheid geben kann, sei es nicht schlimm, wenn die vereinbarte Zeit überschritten werde, gaben fast 40 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage an.

"Wartezeiten"

Dabei seien durchschnittliche "Wartezeiten" für Freunde oder Bekannte von 47,2 Minuten ermittelt worden, teilte eine Mobilfunkfirma (Dial-a-Phone) am Freitag mit. An der Umfrage waren 2.000 Handy-Besitzer beteiligt. Mehr als ein Viertel der Befragten erklärte, sie würden meist nicht rechtzeitig zu Verabredungen aufbrechen und sich per Handyanruf oder Textmessage entschuldigen.

Verspätungen hinnehmen

Ein Drittel fand es akzeptabel, Freunde bis zu 20 Minuten warten zu lassen. Auch im Berufsleben sei ein Trend zum Hinnehmen von Verspätungen zu beobachten, hieß es. Immerhin sei jeder Zehnte der Befragten schon zu spät zu einem Einstellungsgespräch erschienen. London erwies sich auch als Hauptstadt der "Zuspätkommer": 41 Prozent der befragten Londoner gaben zu, nie ganz pünktlich sein - im Vergleich zu 28 Prozent im Landesdurchschnitt.

Pünktlichkeit sei leider eine fast vergessene gesellschaftliche Tugend, sagte David Holmes, Sozialpsychologe an der Manchester Metropolitan University. Eine neue Generation von Briten betrachte das Zuspätkommen mehr und mehr als Norm und nicht mehr als Fehltritt.(APA/dpa)

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