Montebourg will auch für Sozialisten kandidieren

12. Juli 2006, 15:14
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"Enfant terrible" der französischen PS - Versuchte bereits mehrmals, Anklageerhebung gegen Präsident Chirac durchzusetzen

Paris - Arnaud Montebourg, Exponent des sozialistischen Erneuerungsflügels "Renover, maintenant", erwägt die Möglichkeit einer eigenen Kandidatur bei der französischen Präsidentenwahl im Frühjahr 2007. "Das ist durchaus möglich", sagte Montebourg am Samstag am Rande des sozialistischen Parteitags in Paris und fügte hinzu, dass seine Kandidatur "sehr seriös erwogen" werde. "Wir bewegen uns in Richtung einer Kandidatur", sagte der Mitbegründer des NPS-Parteiflügels.

"Enfant terrible"

Montebourg gilt seit Jahren als "Enfant terrible" der Sozialistischen Partei (PS). Der 44-Jährige zählte zu den Mitbegründern des Parteiflügels "Nouveau Parti Socialiste" (NPS). Im vergangenen November hatte er sich beim Parteitag von Dijon allerdings von dem Parteiflügel distanziert, weil er als entschiedener EU-Verfassungsgegner mit der "Aussöhnung" zwischen PS-Leitung und NPS nicht einverstanden war. Der Sozialist setzt sich insbesondere für eine "Sechste Republik" ein und versuchte bereits mehrmals, gegen Präsident Jacques Chirac eine Anklageerhebung wegen Korruptionsaffären durchzusetzen.

Mehrere KandidatInnen

In der Sozialistischen Partei haben sich die Anwartschaften auf die Investitur des Präsidentschaftskandidaten in den letzten Monaten und Wochen vervielfacht. Umfragen zufolge ist Segolene Royal, Präsidentin der Region Poitou-Charentes und Lebensgefährtin von PS-Chef Francois Hollande, aussichtsreichste Kandidatin. Weiter wollen auch Ex-Premier Laurent Fabius, Ex-Wirtschaftsminister Dominique Strauss-Kahn und Ex-Erziehungsminister Jack Lang den Sprung in den Elysee-Palast versuchen.

In der abgelaufenen Woche ließ auch Ex-Premier Lionel Jospin (1997-2002) seine Bereitschaft zu einer Kandidatur durchblicken. Jospin hatte sich am 21. April 2002 aus der Politik zurückgezogen, nachdem er im ersten Durchgang der Präsidentenwahl vom Rechtsextremen Jean-Marie Le Pen (Front National/FN) aus dem Rennen geschlagen worden war. Die französischen Sozialisten werden ihren Präsidentschaftskandidaten im kommenden November in einer Urabstimmung küren. (APA)

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    Arnaud Montebourg erwägt Kandidatur.

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