Armee: Humanitäre Krise im Gaza-Streifen vermeiden

3. Juli 2006, 10:06
15 Postings

Militär: Mehl- und Treibstoffreserven ausreichend - EU-Ratsvorsitz ruft zu Stopp der Militäroperation auf

Jerusalem - Die israelische Armee hat versichert, eine "humanitäre und wirtschaftliche Krise" im palästinensischen Gaza-Streifen vermeiden zu wollen. Israel überwache weiterhin die wirtschaftliche und humanitäre Entwicklung in dem Gebiet und sorge dafür, dass in den kommenden Tagen wichtige Dinge des täglichen Gebrauchs sowie Treibstoff dorthin gelangen könnten, um Engpässe zu vermeiden, erklärte die Armee am Samstag.

Nach den vorliegenden Informationen reichten die aktuellen Bestände an wichtigen Produkten noch aus. "Vor allem die Mehlreserven können noch für mehr als einen Monat reichen", der an den Tankstellen verfügbare Treibstoff werde auf 1,3 Millionen Liter geschätzt. Die nach der Entführung des 19-jährigen Korporals Gilad Shalit begonnene Militäroffensive gegen "terroristische Zellen und Infrastruktur" werde fortgesetzt, kündigte das israelische Militär an.

EU-Ratsvorsitz ruft zu Stopp der Militäroperation auf

Die israelische Armee war am Mittwoch im Morgengrauen im Süden des Gaza-Streifens einmarschiert. Sie zerstörte unter anderem das Elektrizitätswerk, über das 70 Prozent des Stroms im Gaza-Streifen verteilt werden. Finnlands Premier Matti Vanhanen, dessen Land am Samstag den EU-Ratsvorsitz von Österreich übernommen hat, rief Israel auf, die Militäroperation zu stoppen und mit der Zerstörung der lebenswichtigen zivilen Infrastruktur aufzuhören. Die Zerstörung des einzigen Elektrizitätswerks könnte nach Befürchtung des UNO-Nothilfekoordinators Jan Egeland eine schwere humanitäre Krise für hunderttausende Palästinenser heraufbeschwören. Nach UNO-Angaben verfügen mehr als 60 Prozent der Einwohner im Gaza-Streifen nicht mehr über fließendes Wasser.

"Faktische Besatzungsmacht"

Die Internationale Juristenkommission (ICJ) hatte die Aktionen der israelischen Armee verurteilt. Als "faktische Besatzungsmacht" sei Israel nach den Bestimmungen der Genfer Konventionen verpflichtet, sich zurückzuhalten und die Bevölkerung zu schützen. Kollektive Bestrafungen seien unzulässig, hieß es in einer in Genf veröffentlichten Erklärung der Kommission, die gleichzeitig die Entführung des israelischen Soldaten verurteilte. (APA)

Share if you care.