Raketenangriffe auf westlichen Stützpunkt

5. Juli 2006, 14:50
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Zehn Verletzte - Deutscher Verteidigungsminister alarmiert

Kandahar/Berlin - Bei einem Raketenangriff auf einen Stützpunkt der US-geführten Koalitionstruppen im Süden Afghanistans sind mindestens zehn Menschen verwundet worden. Bei den Verletzten handelt es sich nach Militärangaben um fünf US-amerikanische und zwei kanadische Soldaten sowie drei ausländische Zivilangestellte. Auf dem Gelände der internationalen Streitkräfte in Kandahar seien am Freitag zwei Raketen eingeschlagen, teilte ein Sprecher am Samstag mit. Drei der verletzten Soldaten wurden zur Behandlung nach Deutschland ausgeflogen.

Zunahme der Gewalt erwartet

Die größte Anti-Taliban-Offensive ("Operation Mountain Thrust") seit Ende 2001 ist seit mehreren Wochen im Gang. Ab Ende Juli sollen Truppen der NATO-Schutztruppe ISAF auch im Süden eingesetzt werden. Die USA erwarten eine weitere Zunahme der Gewalt. Die aufständischen Taliban haben zum "Heiligen Krieg" gegen die rund 30.000 ausländischen Soldaten im Land und gegen die pro-westliche Kabuler Regierung unter Präsident Hamid Karzai aufgerufen.

Jung "alarmiert"

Der deutsche Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hat sich alarmiert über die Sicherheitslage in Afghanistan gezeigt. "Wir haben eine neue terroristische Herausforderung. Die Terroristen versuchen, den Wiederaufbauprozess im Lande zu stoppen. Taliban, Al-Kaida-Terroristen und Drogenbarone arbeiten offensichtlich zusammen", sagte der Politiker der Zeitung "Bild am Sonntag". Am Dienstag waren bei einem Selbstmordanschlag auf ein gepanzertes Bundeswehr-Fahrzeug nahe Kunduz der Attentäter und zwei Zivilisten getötet worden. Stunden später wurde ein Bombenanschlag auf eine Patrouille südlich der Stadt verübt, bei dem drei Soldaten leicht verletzt wurden. Verstärkungskräfte wurden von Bewaffneten mit Panzerfäusten und Schusswaffen unter Feuer genommen.

Unzufriedenheit mit Karzai

Der Vorsitzende des deutschen Bundeswehrverbandes, Oberst Bernhard Gertz, hat mehr zivile Hilfe zur Verbesserung der Lebensverhältnisse in Afghanistan gefordert. Andernfalls würden sich die Anschläge auf deutsche Soldaten weiter häufen, warnte Gertz am Samstag. Schon jetzt hätten die Attentate auf Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen und Soldaten der internationalen Schutztruppe ISAF deutlich zugenommen. "Die Afghanen sind mit der Regierung von Präsident Karzai unzufrieden", sagte Gertz. Damit gewännen auch Terroristen Unterstützung, die Anschläge auf deutsche Bundeswehrsoldaten verüben. (APA/AP/dpa)

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