4. Juli 2006, 18:02
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Wien - Wechsel an der redaktionellen Spitze der "Salzburger Nachrichten": Chefredakteur Ronald Barazon (62) ist mit Ende Juni in den Ruhestand getreten. Im folgt der bisherige Brüssel-Korrespondent und stellvertretende Chefredakteur der Zeitung, Manfred Perterer, nach. Dies teilt Herausgeber Max Dasch in der Samstag-Ausgabe der SN mit.

Markenzeichen Barazon

Barazon sei ein "Markenzeichen" für die SN und werde dem Blatt als Kommentator und Autor erhalten bleiben, so Dasch. "Seine besondere Gabe ist es, auch über komplexe Themen so zu schreiben, dass die Menschen es verstehen", blickt er auf Barazons über 40-jähriges Wirken bei den SN zurück. "Über seine journalistische Qualität an dieser Stelle zu berichten, ist müßig. Unsere Leserschaft hat sich durch seine Beiträge selbst eine Meinung gemacht."

Generationenwechsel

Zudem habe Barazon in den vergangenen elf Jahren "ein Redaktionsteam geformt, das unsere Zukunft sicher im Griff hat. Ein Generationswechsel wurde vollzogen, wie er notwendig ist für einen zukunftsorientierten erfolgreichen Zeitungsverlag". Dasch dankte Barazon daher "nicht nur für die Vergangenheit, sondern besonders auch für die Zukunft".

"Brüsseler Spitzen"

Der neue SN-Chefredakteur Manfred Perterer war die vergangenen fünf Jahre Korrespondent in Brüssel. Fixpunkt waren nicht nur seine Berichte in der Tageszeitung, sondern auch sein Weblog "Brüsseler Spitzen" in der SN-Online-Ausgabe. "Es ist schade, dass ich mich von Brüssel trennen muss. Aber man soll bekanntlich dann gehen, wenn es am schönsten ist", schrieb er in der letzten Ausgabe seines "Blogs". Für die EU-Berichterstattung der "Salzburger Nachrichten" wird künftig Stephan Israel verantwortlich zeichnen.

Perterers Stellvertreter sind Viktor Hermann, Ressortleiter Außenpolitik und schon bisher stv. Chefredakteur, sowie Andreas Koller, Chef der Innenpolitik und Leiter des Wien-Büros der Zeitung. Chefs vom Dienst sind Hermann Fröschl (Wirtschaft) und Gerhard Schwischei, Ressortleiter Wissenschaft.

Ronald Barazon war seit 1965 für die SN tätig, seit 1995 leitete er die Redaktion der Tageszeitung. Einem breiten Fernsehpublikum ist er als Moderator, aktuell der ORF-Diskussionssendung "Offen gesagt", bekannt. Auch in der "Pressestunde" ist er immer wieder als Fragesteller aktiv.

Barazon kam am 21. Februar 1944 in Tel Aviv zur Welt. Seine Familie war 1938 von Wien in das ehemalige Mandatsgebiet Palästina geflohen und kehrte nach dem Krieg zurück. Barazon legte 1961 das Baccalaureat am Französischen Lyzeum in Wien ab.

1962 verdiente er sich erste journalistische Sporen als Aspirant bei der "Wochenpresse". 1965 begann dann seine lange Karriere bei den "Salzburger Nachrichten". 30 Jahre war Barazon Wirtschaftsredakteur in der Wiener Redaktion der "Salzburger Nachrichten". Der Wechsel nach Salzburg erfolgte 1995, als er zum Chefredakteur der Tageszeitung berufen wurde. (APA)

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