Grazer Citymaut bleibt Illusion

30. Juni 2006, 20:11
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Sieg der Wirtschaft über Ausweitung kostenpflichtiger Parkzonen

Graz – Eine Citymaut, wie sie am Donnerstag in der Standard-Debatte in Graz erörtert wurde, ist für die österreichische Hochburg des Feinstaubs derzeit so realistisch wie ein Skigebiet an den Ufern des Neusiedler Sees. Eine weit weniger radikale, wenn auch von Gegnern als De-Facto-Maut bezeichnete Maßnahme, wurde im Mai kurz vor dem Beschluss im Grazer Gemeinderat abgeschmettert.

Grüne Zonen

ÖVP-Verkehrsstadtrat Gerhard Rüsch wollte als Maßnahme gegen Feinstaub „Grüne Zonen“, also die Ausweitung der gebührenpflichtigen „Blauen Zonen“ in Graz einführen. Kurz bevor der ÖVP-Antrag, demdie Zusammenarbeit aller Fraktionen vorangegangen war, beschlossen werden konnte, wurde Rüsch von der eigenen Partei zurückgepfiffen. ÖVP-Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann, aber auch der SPÖ-Chef des Bezirkes Graz-Umgebung, Günter Kräuter, hatten das Projekt stellvertretend für Wirtschaft und Pendler torpediert. Der Erlös von 400.000 Euro jährlich wäre Geld, das man für den Ausbau der Öffis – auch in den Umlandgemeinden – gut brauchen könnte. (cms, DER STANDARD Printausgabe, 01./02.07.2006)

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