Vierjährige nach Mandeleingriff verblutet

2. Juli 2006, 19:23
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Niederösterreichisches Kind starb zwei Tage nach routinemäßiger Operation - Staatsanwaltschaft ermittelt

Wien - Nach dem Tod eines vierjährigen Mädchens aus Niederösterreich am Donnerstag ermittelt laut "Kurier" nun die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. So soll der Rettungshubschrauber laut "Kurier" erst nach 23 Minuten alarmiert worden sein. Die Leiche der Vierjährigen soll nun obduziert werden, um die näheren Umstände ihres Todes zu klären.

Innerlich verblutet

Jaqueline war am Dienstag im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt an den Mandeln operiert und am Mittwoch entlassen worden. Am Tag darauf bemerkte die Mutter bei einer Autofahrt plötzlich, dass das Kind Blut spuckte und alarmierte die NÖ Rettungszentrale Lebig. Wenige Minuten später verlor das Kind das Bewußtsein und starb wenig später trotz Reanimationsversuchen.

Lebig-Chef Christoph Chwojka wies Vorwürfe, man habe den Hubschrauber zu zögerlich alarmiert, zurück: "Wir haben den schnellsten Arzt alarmiert - einen aus dem Nachbarort. Auch der Notarztwagen aus Baden wurde verständigt. Es ging alles sehr flott, uns kann man nichts vorwerfen."

Laut dem Primar der HNO-Abteilung im Spital in Eisenstadt, Antonius Kierner, tritt diese Komplikation bei "sechs bis acht Prozent der Patienten auf. Jedes Jahr stirbt daran ein Kind in Österreich". Was das Spital betrifft, habe man nach den Regeln der Kunst gehandelt. "Das Kind ist nach 24 Stunden entlassen worden. Es wurde zuvor einer Kontrolle unterzogen", sagte Kierner: Man habe nichts Ungewöhnliches festgestellt. Man sei der Sache nachgegangen, habe aber bei einer internen Überprüfung keinen Fehler gefunden. (APA)

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